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Die Tragödie war vorhersehbar

Der grausige Fund toter Flüchtlinge im Burgenland muss die EU endlich wachrütteln.

MeinungEnver Robelli

Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine Flüchtlings­tragödie vor unserer Haustür die Öffentlichkeit erschüttert. Die etwa 50 toten Migranten, die in einem Lastwagen im Burgenland gefunden wurden, sind nur die drastischste Seite eines Dramas, das sich zwischen Wien und Izmir abspielt. Seit Wochen erreichen erschöpfte Flüchtlinge die Balkanstaaten auf ihrem Weg nach Westeuropa. Sie werden von prügelnden Polizisten empfangen, von Betrügern übers Ohr gehauen und von skrupellosen Seelenverkäufern auf abenteuerlichen Routen in die EU-Staaten eingeschleust.

Die serbische und die mazedonische Regierung sind heillos überfordert mit der traurigen Völker­wanderung. Und sie fühlen sich zu Recht von Brüssel alleingelassen. Nun will die EU den Balkanstaaten und der Türkei mickrige acht Millionen Euro zur Ver­fügung stellen, um die Flüchtlingskrise zu bewältigen. Das wurde gestern in Wien bei einer Konferenz mit Ministerpräsidenten der Region angekündigt. Das ist aber nicht nur wenig, sondern viel zu wenig.

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