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Deutschland registriert fast 1 Million Flüchtlinge

Im November hat eine Rekordzahl an Menschen aus diversen Krisengebieten Deutschland erreicht. Die offizielle Schätzung für das ganze Jahr ist damit hinfällig.

Neuankömmlinge: Ein Beamter kontrolliert im Flüchtlingsaufnahmezentrum in Greven die Papiere von Mitgliedern der Familie Bakari aus Albanien. (3. Dezember 2015)
Neuankömmlinge: Ein Beamter kontrolliert im Flüchtlingsaufnahmezentrum in Greven die Papiere von Mitgliedern der Familie Bakari aus Albanien. (3. Dezember 2015)
Patrik Stollarz, AFP
Flüchtlinge stehen Schlange vor einem Zelt in Berlin, in dem sie registriert werden sollen. (30. November 2015)
Flüchtlinge stehen Schlange vor einem Zelt in Berlin, in dem sie registriert werden sollen. (30. November 2015)
Kay Nietfeld, Ex-Press
Bei der Ankunft in Deutschland begrüssen mehrere Menschen die hauptsächlich aus Syrien stammenden Menschen mit Willkommensschildern und Lebensmitteln.
Bei der Ankunft in Deutschland begrüssen mehrere Menschen die hauptsächlich aus Syrien stammenden Menschen mit Willkommensschildern und Lebensmitteln.
Sean Gallup, Keystone
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In diesem Jahr sind nach den neuesten offiziellen Zahlen bislang knapp 965'000 Flüchtlinge in Deutschland registriert worden. Allein im November wurden 206'101 Asylsuchende in Deutschland registriert, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière heute in Berlin mitteilte.

Das sind so viele wie in keinem anderen Monat in diesem Jahr. «Mit dem November ist die prognostizierte Zahl von 800'000 Flüchtlingen und Asylbewerbern in Deutschland überschritten worden», sagte de Maizière. Eine neue Prognose für das Jahr 2015 wollte der Innenminister nicht abgeben. Auch trotz einer de Maizière zufolge zuletzt sinkenden Zahl von Neuankünften dürfte die Marke von einer Million registrierten Flüchtlingen in diesem Jahr geknackt werden. Im vergangenen Jahr waren 238'676 Flüchtlinge nach Deutschland eingereist.

Effektive Zahl wohl darunter

Der Innenminister wies jedoch darauf hin, dass die Zahl der bis Ende November 964'574 im sogenannten Easy-System registrierten Flüchtlinge wohl nicht der tatsächlichen Anzahl entspreche. Mit dem System verteilen die Behörden die neu eingereisten Flüchtlinge auf die Bundesländer. Die Erfassung erfolgt, bevor die Flüchtlinge ihren Asylantrag stellen, etwa bei der Einreise an der Grenze.

«Wir sind bisher technisch und rechtlich gehindert, zu erfassen, wo es Doppelzählungen gibt, wo jemand, obwohl registriert, in ein anderes europäisches Land weiterreist», sagte der CDU-Politiker, der in der Flüchtlingskrise mehrfach in die Kritik geraten war. «Deswegen liegt die Zahl unterhalb der 965'000. Wie viel darunter können wir im Moment noch nicht sagen.»

Kritik an Behörde zurückgewiesen

De Maizière nahm das ihm unterstehende und für die Bearbeitung der Asylanträge zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) erneut gegen die in den vergangenen Tagen geäusserte heftige Kritik in Schutz. Im November habe das Bamf über die Anträge von mehr als 35'000 Asylbewerbern entschieden, das stellt dem Innenministerium zufolge einen Anstieg von fast 145 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat dar.

Der Innenminister kritisierte «Schwarze-Peter-Spiele» auf dem Rücken der Bamf-Mitarbeiter. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte am Sonntag mehr Einsatz von den Behördenmitarbeitern verlangt. Zuvor hatten bereits die Innenminister der Länder die Arbeitsweise der Behörde kritisiert und entschiedenere Schritte zur Beschleunigung der Asylverfahren gefordert. Sie regten Schichtarbeit und Einsätze am Wochenende an.

In «Kernbereichen» des Bamf werde bereits im Schichtbetrieb gearbeitet, sagte de Maizière und sprach sich dafür aus, dies auch noch auszuweiten. Gespräche darüber würden derzeit geführt.

AFP

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