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Der Sultan lud zur Erdo-Show

Zehntausende Fans und Gesänge wie an einem Rockkonzert: Tayyip Erdogan feierte in Wien einen umjubelten Auftritt. Sein wichtigster Rat an die Auslandtürken: «Assimilierung – nein. Integration – ja.»

Umjubelter Auftritt vor 7000 Fans: Tayyip Erdogan.
Umjubelter Auftritt vor 7000 Fans: Tayyip Erdogan.
Keystone
Der türkische Ministerpräsident trat mit über einer Stunde Verspätung auf die Bühne.
Der türkische Ministerpräsident trat mit über einer Stunde Verspätung auf die Bühne.
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Vor der Halle stehen auch tausende Menschen, viele Familien, die Frauen mit Kopftüchern und Pluderhosen.
Vor der Halle stehen auch tausende Menschen, viele Familien, die Frauen mit Kopftüchern und Pluderhosen.
Keystone
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Die Eishockeyhalle im Wiener Aussenquartier Kagran gleicht einem Hexenkessel. 7000 Menschen schwenken rote Fahnen mit weissem Stern und Halbmond. Sie schreien und halten Bilder des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan in die Höhe. Vor der Halle stehen auch tausende Menschen, viele Familien, die Frauen mit Kopftüchern und Pluderhosen. Auch sie schwenken türkische Fahnen und Fotos von Erdogan. Aus einer schwarzen Stretchlimousine werden T-Shirts verkauft mit einem Foto des türkischen Regierungschefs und der Aufschrift «Erdogan – Sultan of the world». 10 Euro kosten sie (etwa 13 Franken), sie gehen weg wie die warmen Semmeln. Auf der Limousine steht geschrieben: «Bleib aufrecht – die Türken stehen hinter dir». Wie schon nach Köln vor drei Wochen ist Erdogan offiziell auf «Privatbesuch» bei der «Union Europäisch-Türkischer Demokraten» (UETD), die vor zehn Jahren in Deutschland gegründet und mittlerweile Zweigniederlassungen in Österreich und anderen europäischen Ländern hat (auch in der Schweiz). Erdogans Gegner werfen ihm aber vor, er bereite seine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen in der Türkei vor und mache dafür Stimmung unter den Türken im Ausland, die zum ersten Mal den türkischen Präsidenten wählen dürfen.

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