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Der Graf, der einst Häuser besetzte

Paolo Gentiloni, der designierte neue Premier Italiens, wird von der Opposition als blasse Person bezeichnet – dabei ist seine Biografie alles andere als langweilig.

Nie aufbrausend: Paolo Gentiloni soll neuer Premier in Rom werden. Foto: Bloomberg
Nie aufbrausend: Paolo Gentiloni soll neuer Premier in Rom werden. Foto: Bloomberg

Niemand wirkt gerne wie ein Avatar, wie eine Kopie. Gerade in der Politik will ja jeder ein eigenes, möglichst profiliertes Original sein. Wenn nun die italienische Opposition von Paolo Gentiloni sagt, er sei ein Avatar von Matteo Renzi, ist das natürlich boshaft gemeint – und ein erster Vorgeschmack darauf, was Italiens designierten neuen Premierminister in den kommenden Monaten erwartet. Aus seiner Entourage heisst es, der 62-jährige Römer habe seine Berufung sehr gefasst aufgenommen. Überhaupt macht Gentiloni immer einen gefassten, gar etwas lässig ruhigen Eindruck. Man hört ihn selten laut, nie aufbrausend. Und so kann man nun auch lesen, dass der bisherige Aussenminister zwar tatsächlich eine politische Fotokopie Renzis sei, jedoch eine ohne Toner. Ein bisschen blass und grau, zumindest im öffentlichen Auftritt.

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