Zum Hauptinhalt springen

Das vergessene Elend

Die Rückführung von Roma und anderen Minderheiten in die Balkanstaaten ist ethisch höchst fragwürdig.

Es klingt wunderbar, wenn Balkan-Politiker über Minderheiten sprechen: Es handle sich um gleichberechtigte Bürger, die Zugang zu Wohnraum und Chancen auf Bildung und Arbeit hätten. Die Hoffnung der Herrscher ist, dass die Brüsseler Bürokraten solche Beteuerungen für bare Münze nehmen und weiterhin die EU-Integration fördern. Das geschieht häufig, denn die Westeuropäer wollen viele Migranten in «sichere Herkunftsstaaten» auf dem Balkan zurückschicken und geben sich kaum Mühe, ihre Aussichten auf ein menschenwürdiges Leben in der alten Heimat zu überprüfen.

Es ist deshalb wichtig, dass Menschenrechtler genau hinschauen, wie mit Minderheiten umgegangen wird. Die Gesellschaft für bedrohte Völker kommt in einem Bericht zur Lage in Kosovo zum Schluss, dass die Rückführungspolitik unhaltbar sei. Roma, Ashkali und Balkan-Ägypter werden zwar politisch nicht (mehr) verfolgt, aber wer einmal gesehen hat, wie sie ein elendes Dasein am Rande der Gesellschaft fristen, der möchte sie nicht zurückschicken.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.