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Das Leiden an der Freizügigkeit

Die kleine Schweiz brauchte Jahrhunderte, um sich selber die Personenfreizügigkeit zu geben. Somit ist es doch ganz normal, dass sich die grosse EU so schwer damit tut.

Frühe Schutzmassnahme: Die Mauer des Castelgrande in Bellinzona.
Frühe Schutzmassnahme: Die Mauer des Castelgrande in Bellinzona.
Carlo Reguzzi, Keystone

Es ist aus heutiger Sicht unglaublich: Das trutzige Städtchen Zürich erlaubte es im 18. Jahrhundert nicht einmal einem Bauern aus einem Nachbardorf, sich innerhalb der Stadtmauern niederzulassen. Die Städte wachten eifersüchtig über die Privilegien ihrer eingesessenen Bürger – und blieben entsprechend klein und unbedeutend. Es brauchte die Soldaten Napoleons und später aufgeklärte Politiker, um die Personenfreizügigkeit innerhalb der Schweizer Grenzen durchzusetzen. Insgesamt dauerte der an Rückschlägen reiche Prozess zwei Jahrhunderte. Er erforderte neben der französischen Militärintervention sogar einen Bürgerkrieg. Der Lohn war und ist, immerhin, eine wirtschaftliche Blüte, die nicht allein, aber eben auch an der internen Schweizer Niederlassungsfreiheit hängt.

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