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Das kalte Herz der AfD

Frauke Petry war in ihrem früheren Leben eine erfolgreiche Unternehmerin. Nun gilt ihr grenzenloser Ehrgeiz der Partei.

Freie Bahn: Frauke Petry räumte im vergangen Sommer den Parteigründer Bernd Lucke aus dem Weg.
Freie Bahn: Frauke Petry räumte im vergangen Sommer den Parteigründer Bernd Lucke aus dem Weg.
Getty Images/Carsten Koall
Brennt vor Ehrgeiz: Petry steht an der Spitze, weil sie es unbedingt wollte und auch vor dem Königsmord nicht zurückschreckte.
Brennt vor Ehrgeiz: Petry steht an der Spitze, weil sie es unbedingt wollte und auch vor dem Königsmord nicht zurückschreckte.
AP/Markus Schreiber
In Frauke Petry arbeitet nicht nur ein kaltes und starkes Ich, sondern ein hochbegabtes dazu. Das Gymnasium schloss sie als Beste ihres Jahrgangs ab, studierte in England Chemie, doktorierte glänzend.
In Frauke Petry arbeitet nicht nur ein kaltes und starkes Ich, sondern ein hochbegabtes dazu. Das Gymnasium schloss sie als Beste ihres Jahrgangs ab, studierte in England Chemie, doktorierte glänzend.
Axel Schmidt/Getty Images
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Frauke Petry steht unter Strom. Als die federleichte junge Frau mit der burschikosen Kurzhaarfrisur vor der Hauptstadtpresse den Wahltriumph ihrer Partei deuten soll, vibriert sie vor Spannung. Ihre Rede ist ein einziges Stakkato. Statt zu sprechen, feuert sie ihre Stellungnahmen richtiggehend ab. «Lügenpresse» nennen ihre Anhänger die Medien, Petry hält sich also in Feindesland auf und fühlt sich offenbar auch so. Auf kritische Fragen reagiert sie mit Kopfschütteln, Grimassen, Gegenangriffen. Obwohl erstmals Gast in der Bundespressekonferenz, übernimmt sie alsbald selber die Regie, erteilt Parteifreunden das Wort oder antwortet an ihrer Stelle. Auf die Frage, wie sie sich denn jetzt fühle, als «Gast der Lügenpresse», blafft sie zurück, dass sie diesen Begriff nicht verwende und «in Zukunft einen etwas unideologischeren Ansatz Ihrer Fragestellungen» erwarte. Selbst im Erfolg bleibt Petry verbissen und ruhelos.

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