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«Das ist eine Katastrophe für unsere Wirtschaft»

Französische Minister schlagen nach den Protesten der Gelbwesten Alarm. Präsident Macron hat auf Montag eine Rede an die Nation angekündigt.

Paris brennt: 1700 Festgenommene – und enorme Kosten für die Hauptstadt und die Nation. (Video: Reuters)

Die Proteste in Frankreich machen der Regierung grosse Sorgen. Die Gewalt vor allem in Paris sei eine «Katastrophe für den Handel, sie ist eine Katastrophe für unsere Wirtschaft», erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Sonntag bei einem Besuch von Ladenbesitzern in der französischen Hauptstadt. Gleichzeitig sprach er von einer «sozialen Krise» sowie von einer Krise der Demokratie und der Nation.

Präsident Emmanuel Macron wird sich am Montagabend in einer Rede an die Nation wenden. Der Staatschef werde um 20 Uhr sprechen, teilte der Elysée-Palast am Sonntagabend mit.

Zuvor zeigte sich auch Aussenminister Jean-Yves Le Drian besorgt. «Ich weiss, wie zerbrechlich die Demokratie ist», sagte er den Sendern RTL und LCI. Es sei gefährlich, wenn «unsere Institutionen, unser Zusammenleben in Frage gestellt» würden. Dass einige Demonstranten zu einem «Aufstand» aufrufen, beunruhige ihn.

Hämische Töne aus Washington

Nach einer Reihe hämischer Kommentare von Donald Trump verbat sich Aussenminister Le Drian unterdessen weitere Einmischungen des US-Präsidenten in die französische Politik. «Ich sage Donald Trump und der Präsident der Republik sagt es ihm auch: Wir beteiligen uns nicht an den amerikanischen Debatten, lassen Sie uns unser Leben als Nation führen», sagte er.

Zuvor hatte Trump sich mehrfach zu den Protesten geäussert und sie unter anderem erneut als Beweis für die Richtigkeit seiner klimafeindlichen Politik gewertet.

Am Samstag hatte es bei landesweiten Protesten der Gelbwesten erneut Ausschreitungen gegeben. Besonders brisant war die Lage in Paris. Dort zündeten Demonstranten Barrikaden und Autos an, schlugen Fensterscheiben ein und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Touristen-Attraktionen wie Eiffelturm und Louvre sowie zahlreiche Geschäfte blieben aus Furcht vor Chaos und Plünderungen geschlossen.

1700 Festnahmen

Bei den neuen Protesten sind nach Angaben der Regierung landesweit mehr als 1700 Menschen festgenommen worden. Insgesamt habe es landesweit 1723 vorläufige Festnahmen gegeben, teilte das Innenministerium in Paris am Sonntag mit.

Erneute Proteste der Gelbwesten: Ein Auto in der Nähe des Eiffelturms steht in Flammen. (9. Februar 2019)
Erneute Proteste der Gelbwesten: Ein Auto in der Nähe des Eiffelturms steht in Flammen. (9. Februar 2019)
AP/Kamil Zihnioglu, Keystone
13. Protesttag der Gilets jaunes: Ein Fotograf hat sich in Paris schwer an der Hand verletzt. (9. Februar 2019)
13. Protesttag der Gilets jaunes: Ein Fotograf hat sich in Paris schwer an der Hand verletzt. (9. Februar 2019)
Christophe Petit Tesson, Keystone
Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus.
Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Renten und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus.
Pascal Rossignol, Reuters
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Allein in der Hauptstadt setzte die Polizei laut Präfektur 1082 Protestteilnehmer vorläufig fest. Für 1220 der Betroffenen wurde anschliessend eine Ingewahrsamnahme angeordnet. In Frankreich können Betroffene bis zu 48 Stunden auch ohne richterlichen Beschluss in Gewahrsam genommen werden, bei schweren Verbrechen bis zu vier Tage, bei Terrorismus bis zu sechs Tage.

sda/afp/fal/oli

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