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Coming-out im Priestergewand

Ein Theologe der Kurie präsentiert seinen Lebenspartner und erschüttert damit den Vatikan – just zum Auftakt der Synode. Eine Premiere.

Am Tag der Befreiung: Monsignore Krysztof Charamsa mit seinem katalanischen Freund in Rom. Foto: Tiziana Fabi (AFP)
Am Tag der Befreiung: Monsignore Krysztof Charamsa mit seinem katalanischen Freund in Rom. Foto: Tiziana Fabi (AFP)

Es gibt Bilder, die entfalten ihre Geschichtsträchtigkeit auch ohne erklärende Legende. Da reicht ein Detail, ein Kleidungsstück zum Beispiel. Am Tag seiner Befreiung wählte Krysztof Charamsa den Clergyman, das schwarze Priestergewand mit Hose und Jacke, den Arbeitsanzug der Geistlichen, und lud die Presse in ein Restaurant im alten Herzen Roms ein, ins 59 bei der Piazza del Popolo. Bekannt ist das Lokal vor allem deshalb, weil Federico Fellini einst dort einkehrte, Regisseur des Films «Dolce Vita», dieser Hymne auf das weltliche Rom der Nachkriegszeit mit seinen Schönheiten, seiner fröhlichen Dekadenz, seinen Skandalen. Und ein bisschen skandalös war es ja schon, was der polnische Priester da verkünden und erklären wollte. Wenigstens aus der Sicht des Vatikans.

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