Chemnitz: Polizei fahndet nach drittem Tatverdächtigen

Mehr als eine Woche nach der Tötung eines 35-jährigen Mannes in Chemnitz wird nach einem 22-jährigen Mittäter gefahndet.

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Das Amtsgericht Chemnitz erliess am Dienstag einen Haftbefehl gegen einen mutmasslichen Mittäter und beschloss eine Öffentlichkeitsfahndung, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Gesucht werde nach einem mutmasslich 22 Jahre alten irakischen Asylbewerber.

Wegen des Tötungsfalls sitzen bereits ein mutmasslicher Iraker und ein mutmasslicher Syrer in Untersuchungshaft. Ihre Identität steht allerdings noch nicht zweifelsfrei fest. Sie sind wie nun der dritte Mann dringend verdächtig, am vorvergangenen Wochenende einen 35-jährigen Deutschen am Rande des Stadtfestes erstochen zu haben. Alle drei stehen wegen gemeinschaftlichen Totschlags unter Verdacht.

Hinweise von Zeugen und anderem Tatverdächtigen

Die Hinweise auf den nun Gesuchten hätten sich durch Aussagen von Zeugen und eines der anderen Tatverdächtigen ergeben. Zunächst habe der Name des mutmasslich dritten Tatverdächtigen überprüft werden müssen, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft.

Auch hätten die Ermittler versucht, den Aufenthaltsort des Mannes abzuklären, hätten ihn aber nicht ausfindig machen können. Deshalb werde nun nach ihm öffentlich gefahndet. Wo er Mann zuletzt gemeldet war, konnte die Sprecherin nicht sagen. Nach der Tat war es in Chemnitz wiederholt zu Demonstrationen auch rechter Gruppierungen gekommen, es soll dabei auch Angriffe auf Ausländer gegeben haben.

Merkel plant Besuch

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen möchte Kanzlerin Angela Merkel Chemnitz nach Angaben der Stadt besuchen. Merkel habe dies in einem Telefonat mit der Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig angeboten, teilte die Pressestelle der Stadt am Dienstag mit.

Ludwig nehme «das Angebot gern an» und habe Merkel auch eingeladen. Einen Termin gebe es noch nicht. Zuerst hatte der MDR über die Besuchspläne berichtet. (sep/AFP)

Erstellt: 04.09.2018, 15:02 Uhr

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