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Carsten S. fühlt sich mitverantwortlich für NSU-Morde

Im NSU-Prozess hat der Angeklagte Carsten S. ein Geständnis abgelegt. Er habe dem Neonazi-Trio die mutmassliche Mordwaffe übergeben.

Versteckt sich unter einer Kapuze: Der Angeklagte Carsten S. vor dem Oberlandesgericht München.
Versteckt sich unter einer Kapuze: Der Angeklagte Carsten S. vor dem Oberlandesgericht München.
Reuters

Im Prozess gegen mutmassliche deutsche Rechtsterroristen hat sich der Angeklagte Carsten S. zu seiner Verantwortung für die Morde der Terrorzelle NSU bekannt. «Ich fühle auf jeden Fall eine Verantwortung, wie ich mich damals schuldig gemacht habe, die Waffe zu übergeben», sagte S. vor dem Oberlandesgericht München.

Er fühle sich auch deshalb verantwortlich, weil er nach seinem Ausstieg aus der Neonazi-Szene keine Informationen an die Ermittlungsbehörden weitergegeben habe, sagte er auf die Frage eines Nebenklage-Anwalts.

Carsten S. hat zugegeben, den untergetauchten Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe eine Waffe besorgt zu haben - höchstwahrscheinlich jene Pistole der Marke «Ceska», mit der die Terroristen neun Menschen ermordeten. Insgesamt soll der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) für zehn Morde in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich sein.

Ausstieg aus der rechten Szene

Carsten S. muss sich als Helfer des Neonazi-Trios vor Gericht verantworten, Hauptangeklagte im Prozess ist Beate Zschäpe. Böhnhardt und Mundlos hatten sich 2011 das Leben genommen, als die Bande Gefahr lief, nach einem Banküberfall von der Polizei gefasst zu werden.

Carsten S. ist nach seinen Angaben kurz darauf aus der rechten Szene ausgestiegen, weil er gemerkt habe, dass er dort nicht offen homosexuell leben könne. Der 33-Jährige ist der bislang einzige der fünf Angeklagten im NSU-Prozess, der vor Gericht Fragen beantwortet.

SDA/ajk

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