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Bulgarische Nationalisten stürmen Moschee

2000 Menschen demonstrierten im Süden Bulgariens gegen die Rückgabe einer enteigneten Moschee. Dann arteten die Proteste in gewalttätige Krawalle aus. 120 Personen wurden festgenommen. Es gab Verletzte.

Ausschreitungen in Plowdiw: Nationalisten skandieren fremdenfeindlichen Slogans. (14. Januar 2014)
Ausschreitungen in Plowdiw: Nationalisten skandieren fremdenfeindlichen Slogans. (14. Januar 2014)
Reuters

Hunderte nationalistische Demonstranten haben am Freitag in Bulgarien versucht, eine Moschee zu stürmen. Wegen des Angriffs in Plowdiw im Süden des Landes seien 120 Menschen festgenommen worden, sagte der Stabschef des Innenministeriums dem Fernsehsender bTV.

«Nationalistische Demonstranten, die rassistische und fremdenfeindliche Slogan skandierten, haben versucht, die Moschee zu stürmen.» Sicherheitskräfte seien eingeschritten. Ein Polizist, unbeteiligte Passanten und auch mehrere Demonstranten seien verletzt worden.

Anfang 20. Jahrhundert enteignet

Mehr als 2000 Menschen demonstrierten den Angaben zufolge zunächst friedlich vor dem Berufungsgericht von Plowdiw. Dort wurde der Antrag der muslimischen Gemeinde auf Rückgabe einer Moschee in der nahegelegenen Stadt Karlowo verhandelt, die Anfang des 20. Jahrhunderts enteignet worden war. Von dem Gericht zogen hunderte Demonstranten zu der Moschee in Plowdiw, wo sie unter anderem die Fenster mit Steinen einwarfen.

Mufti Mustafa Hadschi reagierte entsetzt auf die Ausschreitungen, die er als «Pogrom» bezeichnete. Bulgarien hat in der EU mit 13 Prozent den höchsten Anteil von Muslimen an der Bevölkerung. Das Gericht in Plowdiw will innerhalb eines Monats über die Rückgabe der Moschee von Karlowo an die muslimische Gemeinde entscheiden.

SDA/chk

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