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Britische Soldaten sollen systematisch Iraker gefoltert haben

Weil britische Soldaten während des Irak-Krieges Gefangene misshandelt haben sollen, reichten zwei NGOs Klage ein. London bestätigt, dass es Folter gegeben hat – aber nur «in wenigen Fällen».

Schwere Vorwürfe: Britische Soldaten stehen neben einem Panzer in Basra, Süd-Irak. (16. Dezember 2007)
Schwere Vorwürfe: Britische Soldaten stehen neben einem Panzer in Basra, Süd-Irak. (16. Dezember 2007)
AFP

Wegen angeblicher systematischer Folter und Kriegsverbrechen durch britische Soldaten während des Irak-Krieges haben zwei Nichtregierungsorganisationen beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Strafanzeige erstattet. Das berichteten die «Süddeutsche Zeitung» und der Norddeutsche Rundfunk am Freitag nach gemeinsamen Recherchen.

Das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) in Berlin und die Public Interest Lawyers (PIL), eine gemeinnützige Anwaltskanzlei aus Birmingham, haben demnach die Klage gegen die britische Regierung eingereicht. Die Anwälte fordern Ermittlungen gegen hochrangige britische Kommandanten, damalige Minister und Staatssekretäre.

109 ehemalige Gefangene sagten aus

Konkret soll es um die Misshandlung von Gefangenen in den Jahren 2003 bis 2008 gehen. Den Angaben zufolge haben insgesamt 109 ehemalige irakische Gefangene ihre Erlebnisse zu Protokoll gegeben.

Das britische Verteidigungsministerium bestätigte am Freitagabend auf eine gemeinsame Anfrage von «SZ» und NDR, dass es im Irak zu Misshandlungen durch britische Soldaten gekommen sei – in «wenigen Fällen». Den Vorwurf, britische Soldaten hätten systematisch gefoltert, wies ein Sprecher zurück.

(SDA)

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