Brigitte Macron bricht ihr Schweigen

Knapp 100 Tage nach dem Amtsantritt ihres Mannes spricht die 64-Jährige über ihre Rolle als First Lady und ihre Beziehung zu Emmanuel Macron – mit einer guten Portion Selbstironie.

Macht gerne Witze über Altersunterschied: Brigitte Macron anlässlich des Partnerprogramms beim G-20-Gipfel in Hamburg. (8. Juli 2017)

Macht gerne Witze über Altersunterschied: Brigitte Macron anlässlich des Partnerprogramms beim G-20-Gipfel in Hamburg. (8. Juli 2017)

(Bild: Keystone Axel Schmidt)

Frankreichs Première Dame Brigitte Macron hat in einem ersten Interview seit dem Wahlsieg ihres Mannes über ihre Rolle und ihre Ehe gesprochen. Im Magazin «Elle» bekräftigte die 64-Jährige knapp 100 Tage nach dem Amtsantritt von Emmanuel Macron, dass bald eine «Transparenz-Charta» ihre Rolle als First Lady festlegen werde.

Darin würden ihre «Missionen» und die ihr zur Verfügung stehenden Mittel aufgeführt. «Wie alle meine Vorgängerinnen werde ich meine öffentliche Rolle ausfüllen», sagte Brigitte Macron in dem Interview, von dem erste Auszüge am Mittwochabend veröffentlicht wurden. «Aber künftig werden die Franzosen wissen, welche Mittel mir zur Verfügung gestellt werden.» Alles müsse «sehr klar» sein, sagte die frühere Lehrerin. Ein Gesetz zur Regelung ihre Rolle werde es aber nicht geben.

Ohne Status

Über die Frage eines offiziellen Status für die Première Dame hatte es zuletzt eine Debatte gegeben: Macron hatte im Wahlkampf einen «echten Status» für seine Ehefrau angekündigt, mehr als 300’000 Franzosen unterzeichneten aber eine Onlinepetition dagegen.

Aufgaben und Rechte der Ehefrau von Frankreichs Staatschef sind nirgendwo festgelegt; erwartet wird aber traditionell, dass sie repräsentative Aufgaben übernimmt. Die Mitarbeiter, die ihr zur Seite gestellt werden, werden aus dem Haushalt des Elysée-Palasts bezahlt. Brigitte Macron hat derzeit drei Mitarbeiter, die Personenschützer nicht eingerechnet.

In dem «Elle»-Interview, das am Freitag in Gänze veröffentlicht wird, spricht die 64-Jährige auch über die Beziehung zu ihrem 25 Jahre jüngeren Ehemann: «Der einzige Fehler von Emmanuel ist sein Alter», sagte sie scherzhaft. «Das ist ein Witz zwischen uns. Für uns hat der Altersunterschied nie eine Rolle gespielt.»

Ein Abenteuer nach dem anderen

Das ungewöhnliche Paar hat nicht nur wegen des Altersunterschieds People-Magazine fasziniert – sondern auch, weil Brigitte Macron ihren künftigen Ehemann an der Schule kennen lernte, als sie Theaterlehrerin und er ihr Schüler war. «Wenn ich Sachen über uns lese, habe ich immer den Eindruck, die Geschichte eines anderen zu lesen», sagte sie «Elle». «Dabei ist unsere Geschichte so einfach.»

Über ihren Einzug in den Elysée-Palast nach dem Wahlsieg ihres Mannes am 7. Mai sagte die mehrfache Grossmutter, die für ebenso schicke wie körperbetonte Kleidung bekannt ist: «Mit Emmanuel bin ich so sehr daran gewöhnt, dass mir unglaubliche Sachen passieren, dass ich mich frage, was das nächste Abenteuer sein wird. Und das dauert seit 20 Jahren an.»

nag/AFP

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