Boris Johnsons Brexit-Vision

Eine «glorreiche» Zukunft ausserhalb der EU sagt der britische Aussenminister seinem Land vorher – und geht auf Konfrontationskurs mit Theresa May.

Will er Regierungschef werden? Boris Johnson in London. (26. Mai 2017)

Will er Regierungschef werden? Boris Johnson in London. (26. Mai 2017) Bild: Toby Melville/Reuters

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Der britische Aussenminister Boris Johnson und frühere Journalist hat seine Vision für den EU-Austritt Grossbritanniens vorgelegt. In einem Gastbeitrag in der konservativen Tageszeitung «Daily Telegraph» sagte er dem Land eine «glorreiche» Zukunft ausserhalb von EU, Binnenmarkt und Zollunion voraus.

Johnson wiederholte sein Versprechen aus dem Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum, der staatliche Gesundheitsdienst NHS werde von 350 Millionen Pfund (knapp 455 Millionen Franken) wöchentlich profitieren, die an EU-Beiträgen künftig eingespart werden könnten.

Zahlungen für den freien Zugang zum Europäischen Binnenmarkt lehnte er ab. Die Briten hatten im Juni 2016 mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt.

Angriff auf May

Johnson geht damit möglicherweise auf Konfrontationskurs zu Premierministerin Theresa May. Kommentatoren deuten seinen Vorstoss als Bewerbung für das Amt des Regierungschefs. May gilt seit der schiefgelaufenen Parlamentswahl im Juni als angezählt.

Sie hat für die kommende Woche eine richtungsweisende Rede zum Brexit in Florenz angekündigt. Medien spekulierten, May wolle dabei finanzielle Zugeständnisse an die EU machen, um die schleppenden Austrittsverhandlungen mit Brüssel zu beleben.

Bislang hat es bei den Gesprächen in Brüssel kaum greifbare Ergebnisse gegeben. Im März 2019 wird Grossbritannien aus der EU ausscheiden. Sollte bis dahin kein Regelung über die künftigen Beziehungen vorliegen, drohen unabsehbare Konsequenzen für die Wirtschaft und andere Bereiche. (sda)

Erstellt: 16.09.2017, 16:45 Uhr

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