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Berlusconi erschwindelt sich Merkel-Entschuldigung

Die deutsche Bundeskanzlerin habe sich bei ihm für ihr hämisches Lächeln an einer Pressekonferenz entschuldigt, behauptete der italienische Ministerpräsident. Nun dementiert Berlin.

Entgegen der Darstellung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht bei ihm für ihr Verhalten auf dem Euro-Gipfel am Sonntag entschuldigt - das hat Merkels Sprecher klargestellt. «Es gab keine Entschuldigung der Kanzlerin, weil es keinen Grund für eine Entschuldigung gab», teilte Merkel-Sprecher Steffen Seibert am Rande eines weiteren Gipfels in Brüssel am frühen Donnerstagmorgen in einer auf Englisch verfassten Mitteilung über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Berlusconi hatte zuvor dem italienischen Fernsehsender RAI gesagt: «Merkel ist zu mir gekommen, um sich für Sonntag zu entschuldigen.»

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz hatten Merkel und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy sich am Sonntag vielsagend angelächelt, als sie nach einem Treffen mit Berlusconi gefragt wurden. Dabei sollte Berlusconi klargemacht werden, dass er Sparversprechen endlich umsetzen soll. Die Reaktion von Merkel und Sarkozy hatte viele Italiener empört.

Berlusconis Behauptung

Berlusconi nutzte am Mittwochabend eine Sitzungspause, um in einer Livesendung des Senders RAI anzurufen. Dabei sagte Berlusconi, Merkel habe sich bei ihm entschuldigt. «Sie hat mir gesagt, dass sie Italien nicht herabwürdigen wollte», berichtete der Regierungschef. Nach dem Treffen mit Merkel und Sarkozy hatte Berlusconi sich «Lektionen» verbeten. Aussenminister Franco Frattini beschwerte sich: «Gesten und Äusserungen, die unser Land lächerlich machen, sind nicht angemessen.»

AFP/jak

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