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Assange kippt sein millionenschweres Buchprojekt

Julian Assange wollte die Vergangenheit verkaufen, um die Zukunft zu retten – seine eigene und jene von Wikileaks. Nun macht er einen Rückzieher.

Fühlt sich mit der Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte plötzlich nicht mehr wohl: Wikileaks-Gründer Julian Assange.
Fühlt sich mit der Veröffentlichung seiner Lebensgeschichte plötzlich nicht mehr wohl: Wikileaks-Gründer Julian Assange.
AFP

Ende 2010 hatte der Gründer der Enthüllungsplattform mit zwei Verlagshäusern einen Vertrag für seine Memoiren abgeschlossen. 1,1 Millionen Pfund Sterling (1,5 Millionen Franken) Honorar sei ihm für seine Lebensgeschichte zugesagt worden, gab damals Assange an. Wie der britische «Guardian» berichtet, ist das Projekt Autobiografie nun gescheitert. Assange will sein Leben nun doch nicht in der ursprünglich vereinbarten Form niederschreiben. Wie die Zeitung aus dem Umfeld des Verlages erfahren haben will, fürchtet Assange, das Buch könne in der geplanten Form mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

«Ich will dieses Buch nicht schreiben, aber ich muss», hatte Assange bei der Ankündigung seiner Memoiren gesagt. Die Erlöse aus dem Buch, das mithilfe eines Ghostwriters hätte entstehen sollen, sollten Assanges Kampf gegen die Justiz finanzieren. Der 39-jährige Australier wird in Schweden der Vergewaltigung und der sexuellen Belästigung beschuldigt. Über 200'000 Pfund an Anwalts- und Gerichtskosten soll er laut Medienberichten schon in den Prozess investiert haben.

Rückzieher aus Furcht vor USA

Doch die zweite Justiz-Front, an der Assange kämpft, scheint ihn nun zum Umdenken bewegt zu haben. Laut dem Bericht des «Guardian» befürchtet Assange, die Biografie könnte in der vorgesehenen Form jenen US-Behörden nützen, die gegen den Internetaktivisten wegen der Veröffentlichung von geheimen Informationen ermitteln. Details darüber, wie die Verlage mit Assanges Biografie weiter verfahren wollen, wurden nicht bekannt. Eine Sprecherin des einen Verlagshauses bezeichnete den Vertrag jedoch als «immer noch sehr lebendig».

Assanges Enthüllungsplattform Wikileaks hatte im vergangenen Jahr Tausende geheime Dokumente zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen von US-Botschaften aus der ganzen Welt veröffentlicht. Assange steht in Grossbritannien wegen der Vergewaltigungsvorwürfe aus Schweden unter Hausarrest. Kommende Woche soll ein britisches Gericht ein Auslieferungsgesuch der Skandinavier behandeln.

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