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«Aber wenn ich dazu gezwungen werde, ...»

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat mit der Veröffentlichung aller im Besitz seiner Organisation befindlichen Dokumente gedroht. Und zwar dann, wenn er ermordet oder ins Gefängnis gesteckt werden sollte.

Julian Assange spricht in Norfolk vor Journalisten, 18. Dezember 2010.
Julian Assange spricht in Norfolk vor Journalisten, 18. Dezember 2010.
AFP

«Wir verhalten uns auf verantwortliche Weise», sagte Julian Assange dem arabischen Fernsehsender al-Jazeera, wie Medien am Golf berichten. «Aber wenn ich dazu gezwungen werde, könnten wir bis zum Äussersten gehen und jedes einzelne Dokument, das wir haben, zugänglich machen.» Konkret meint er damit: Sollte er ermordet oder für lange Zeit ins Gefängnis gesteckt werden. 2000 Webseiten stünden in diesem Fall bereit, um das derzeit durch Passwörter geschützte Material ins Internet zu stellen.

Den letzten Teil des viel beachteten Interviews strahlte al-Jazeera am Mittwochabend aus. Assange berichtet, dass zahlreiche hohe Funktionsträger in der arabischen Welt engste Kontakte zum US-Geheimdienst CIA unterhielten, die sie durch Besuche in den jeweiligen US-Botschaften pflegen würden.

«Diese Funktionsträger sind Spione der USA in ihrem eigenen Land», fügte Assange hinzu. Namen nannte er in der Sendung keine. Einige arabische Länder hätten eigene Folterzentren eingerichtet, um dort von Washington überstellte Gefangene zu verhören und zu «bearbeiten». Auch hier ging Assange auf keine Einzelheiten ein.

Kampf gegen die USA

Der 39-jährige Australier hält sich derzeit in Grossbritannien auf, wo auch das al-Jazeera-Interview aufgezeichnet wurde. Dort versucht er, seine Auslieferung nach Schweden zu verhindern.

Die schwedische Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, ungeschützten Sex mit zwei Frauen gegen deren Willen gehabt zu haben. Assange bestreitet die Vorwürfe und befürchtet, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm wegen angeblicher Spionage eine lange Gefängnisstrafe drohen könnte.

Die Internet-Plattform Wikileaks hatte in den vergangenen Monaten hunderttausende vertrauliche Unterlagen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie über den diplomatischen Schriftverkehr der USA in ihren Besitz gebracht.

Dadurch fühlt sich vor allem Washington blossgestellt. Veröffentlicht wird das Material weltweit von mehreren Zeitungen, die mit Wikileaks kooperieren und die sicherstellen sollen, dass dadurch das Leben von Menschen nicht gefährdet wird.

SDA/bru

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