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Abdeslam plante offenbar weitere Anschläge

Der gefasste Terrorverdächtige Salah Abdeslam hat möglicherweise weitere Anschläge vorbereitet. Das vermutet die belgische Regierung.

Ein Steckbrief des einzig überlebenden Attentäters von Paris: Salah Abdeslam. (Archiv)
Ein Steckbrief des einzig überlebenden Attentäters von Paris: Salah Abdeslam. (Archiv)
Police National, Keystone
Razzia in Brüssel: Die Polizei hat den mutmasslichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam lebendig gefasst. (18. März 2016)
Razzia in Brüssel: Die Polizei hat den mutmasslichen Paris-Attentäter Salah Abdeslam lebendig gefasst. (18. März 2016)
AFP
Mohamed Abdeslam, ein Bruder des Gesuchten, zündet Kerzen für die Opfer an.
Mohamed Abdeslam, ein Bruder des Gesuchten, zündet Kerzen für die Opfer an.
Emmanuel, AFP
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Salah Abdeslam habe ausgesagt, dass er «bereit war, von Brüssel aus etwas Neues anzufangen», erklärte der belgische Aussenminister Didier Reynders am Sonntag. Die Behörden nähmen dies ernst.

«Wir haben eine Menge Waffen gefunden, schwere Waffen bei den ersten Ermittlungen, und wir haben ein neues Netzwerk von Leuten in seiner Umgebung in Brüssel gesehen», sagte Reynders.

Abdeslam war wegen der Pariser Terrorserie vom November monatelang gesucht und am Freitag schliesslich in Brüssel gefasst worden. Er soll bei den Pariser Anschlägen mit 130 Toten eine tragende Rolle gespielt haben. Nach französischen Angaben war er als Selbstmordattentäter im Pariser Stade de France vorgesehen, zog den Plan aber nicht durch, sondern floh.

Anwalt des Terroverdächtigen klagt

Sven Mary, der Salah Abdeslam vertritt, will am Montag Klage gegen die französische Staatsanwaltschaft einreichen. Der Pariser Staatsanwalt François Molins habe mit Äusserungen während seiner Pressekonferenz am Samstag «das Ermittlungsgeheimnis verletzt», sagte der Rechtsvertreter des Terrorverdächtigen am Sonntag den belgischen Medien.

Vor der Erklärung des französischen Staatsanwalts habe niemand Einzelheiten der Ermittlungen preisgegeben, sagte Mary den Zeitungen «Le Soir» und «De Standaard». Nur über den Gesundheitszustand seines Mandanten und dem künftigen Ablauf des Verfahrens sei informiert worden.

Die Ausnahmen des französischen Rechts

Molins berichtete am Samstag vor Journalisten über die Befragungen Abdeslams durch belgische Ermittler. Der 26-Jährige habe unter anderem ausgesagt, er habe sich am 13. November im Pariser Fussballstadion Stade de France in die Luft sprengen wollen. Dann habe er aber einen Rückzieher gemacht.

Die französische Strafprozessordnung sieht für bestimmte Fälle Ausnahmen vom Ermittlungsgeheimnis vor. So heisst es im Artikel 11, der Oberstaatsanwalt könne «objektive Elemente» aus dem Verfahren öffentlich machen – ohne die Stichhaltigkeit der gegen die Beschuldigten erhobenen Vorwürfe zu beurteilen.

Bereits am Samstag hatte Mary mitgeteilt, dass er gegen die Überstellung seines Mandanten aus Belgien nach Paris angehen werde. Der französische Staatschef François Hollande will, dass Abdeslam «so schnell wie möglich» ausgeliefert wird.

sda/afp/fal

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