Migranten geholfen – zu 4 Monaten verurteilt

Ein Gerichtsurteil in Frankreich schlägt hohe Wellen: Der Landwirt Cédric Herrou hatte rund 200 Menschen bei der Grenzüberquerung geholfen.

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Wegen seiner Hilfe für Flüchtlinge und Migranten ist ein französischer Bauer zu einer viermonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Zu diesem Urteil gegen den Einwanderungsaktivisten und Landwirt Cédric Herrou kam das Berufungsgericht im südfranzösischen Aix-en-Provence bei Marseille am Dienstag. Er bereue nichts und werde nicht aufhören, Migranten zu helfen, was für ihn eine Bürgerpflicht darstelle, sagte Herrou dem Fernsehsender BFM.

Herrou unterstützte im Laufe des vergangenen Jahres nach Behördenangaben rund 200 Flüchtlinge und Migranten. Er half ihnen demnach bei der illegalen Grenzüberquerung von Italien nach Frankreich und liess sie auf seinem Bauernhof im Roya-Tal nahe der Grenze wohnen. Auch beim Herumreisen in Frankreich soll er ihnen unter anderem mit seinem eigenen Auto behilflich gewesen sein.

Recht auf Immunität unterwandert

Ein französisches Gesetz aus dem Jahr 2012 stattet Personen mit rechtlicher Immunität aus, die Flüchtlingen und Migranten mit «humanitären und uneigennützigen Taten» helfen. Die Staatsanwaltschaft erklärte im Fall Herrou jedoch, dass der Bauer dieses Gesetz unterwandere. Nachdem Herrou im Juli nochmals festgenommen worden war, wurden weitere Ermittlungen gegen ihn aufgenommen. (chi/dapd)

Erstellt: 08.08.2017, 14:14 Uhr

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