Le Pen will «Super-Fraktion» im nächsten Europaparlament bilden

Rechtspopulistin Marine Le Pen strebt nach der Macht in Europa – und weibelt in Italien.

Machte auch in Mailand Stimmung gegen Macron: RN-Chefin Marine Le Pen mit ihrem Topkandidaten Jordan Bardella. Foto: Keystone

Machte auch in Mailand Stimmung gegen Macron: RN-Chefin Marine Le Pen mit ihrem Topkandidaten Jordan Bardella. Foto: Keystone

Die französische Rechtspopulistin Marine Le Pen will mit europäischen Verbündeten eine «Super-Fraktion» im nächsten Europaparlament bilden. Die Art und Weise des europäischen Aufbaus könne sich «zum ersten Mal seit Jahrzehnten» verändern.

Die Chefin der Partei Rassemblement National (RN) griff am Samstag in Mailand eine Woche vor der Europawahl ihren französischen Erzrivalen Emmanuel Macron an. Der Staatschef müsse gehen, falls er bei der Wahl nicht vorne liege, forderte Le Pen.

Zu Strache wollte sie sich nicht äussern

Im mehreren Umfragen liegt Le Pens Partei leicht vor der Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) und ihren Verbündeten. Le Pen hatte vor zwei Jahren bei der Präsidentenwahl gegen den Europafreund Macron verloren und hofft laut Beobachtern nun auf eine Revanche.

Mit Blick auf Medienenthüllungen über den österreichischen Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagte Le Pen, dies sei eine Sache der österreichischen Innenpolitik. Sie finde es erstaunlich, dass das wohl zwei Jahre alte Video einige Tage vor der Europawahl bekanntgeworden sei.

Am Nachmittag war eine Kundgebung mit dem italienischen Lega-Chef Matteo Salvini auf dem Mailänder Domplatz geplant. Salvini will nach der Europawahl nächste Woche die Europäische Allianz der Völker und Nationen schaffen. Aus dem Zusammenschluss von elf rechtspopulistischen Parteien soll eine neue Rechts-Fraktion im Europaparlament entstehen. Salvini hat das Ziel ausgegeben, im Europaparlament stärkste Fraktion zu werden.

In Umfragen liegt die neue Gruppierung derzeit bei etwa zehn Prozent der Mandate; doch könnten sich weitere Parteien anschliessen. Die Allianz will die EU in heutigen Form nicht weiterentwickeln, sondern auf wenige gemeinsame Projekte zurückstutzen.

amc/sda

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