Deutscher Minister will seine Ärzte zurück

Da viele Deutsche in der Schweiz in Spitälern oder in der Pflege arbeiten, fehlt es in Deutschland an Fachleuten. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht sich für neue Regeln aus.

Gesundheitsminister Jens Spahn hält am CDU-Parteitag Ende letzten Jahres eine Rede. (7. Dezember 2018)

Gesundheitsminister Jens Spahn hält am CDU-Parteitag Ende letzten Jahres eine Rede. (7. Dezember 2018) Bild: John MacDougall/AFP

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Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn bedauert die Abwanderung von Ärzten und Pflegern aus seinem Land in die Schweiz. «Ich hätte sie gerne zurück», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Er regt eine Neuregelung der Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufen an.

Die von Schweizer Spitälern und Heimen abgeworbenen Fachleute würden in Deutschland fehlen, sagte der 38-jährige CDU-Minister. «Bei uns arbeiten dann polnische Ärzte, die wiederum in Polen fehlen. Das kann so nicht richtig sein.»

«Die Schweiz ist ein schönes Land»

Spahn forderte, darüber nachzudenken, ob man die Abwerbung von Fachleuten aus bestimmten Berufsgruppen innerhalb der EU nicht neu regeln müsse. Die Freizügigkeit in Europa solle dabei nicht grundsätzlich infrage gestellt werden. Entsprechende Abkommen gebe es bereits in der Weltgesundheitsorganisation WHO. «Das könnte Vorbild sein.»

Spahn räumte gleichzeitig ein, dass er das Verhalten der deutschen Ärzte und des Pflegepersonals versteht. «Die Schweiz ist ein schönes Land.» (roy/SDA)

Erstellt: 13.01.2019, 02:42 Uhr

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