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27 Jahre Haft für Ante Gotovina gefordert

Für Den Haag ist klar: Der kroatische Ex-General ist ein Kriegsverbrecher und gehört für lange Zeit hinter Gitter. In seiner Heimat ist er nach wie vor ein Held.

Im Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren kroatischen General Ante Gotovina hat die Staatsanwaltschaft 27 Jahre Haft gefordert. Das geht aus einer Erklärung der Anklage hervor, die das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag am Dienstag veröffentlichte. Für die beiden mitangeklagten Ex-Generäle Ivan Cermak und Mladen Markac, denen ebenso wie Gotovina Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt werden, forderte die Staatsanwaltschaft 17 und 23 Jahre.

Den drei Männern wird die Verfolgung, Misshandlung, Ermordung und Deportation von serbischen Zivilisten und Kriegsgefangenen aus der Region Krajina vorgeworfen, als diese im August 1995 von der kroatischen Armee zurückerobert wurde. Etwa 90.000 Serben wurden nach Erkenntnissen der Anklage vertrieben, mehr als 300 getötet. Die Angeklagten hätten während des Prozesses, der im März 2008 begann, "keinerlei Reue" gezeigt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Auf Teneriffa verhaftet

Auch Cermak und Markac sollen in der "Operation Sturm" eine Schlüsselrolle gespielt haben. Nach Ansicht der Ankläger war Cermak eine Art Militär-Gouverneur der Region und versuchte, die Ereignisse in der Krajina vor internationalen Beobachtern zu vertuschen. Markac sei als stellvertretender Innenminister für die Polizei verantwortlich gewesen, die an der Vertreibung der Serben beteiligt war.

Gotovina war im Dezember 2005 auf der Kanareninsel Teneriffa festgenommen worden. Er zählte zu den meistgesuchten mutmasslichen Kriegsverbrechern der Jugoslawien-Kriege. Viele Kroaten betrachten Gotovina jedoch nicht als Verbrecher, sondern als Helden. Seine Festnahme und Auslieferung löste seinerzeit Proteste aus.

AFP/sam

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