Ein hilfloser Auftritt

Theresa Mays Brexit-Rede in Florenz enttäuschte. Nach wie vor ist unklar, wie sie die Trennung von der EU bewerkstelligen will.

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Theresa May wollte wohl Zuversicht demonstrieren. Wer sich von der Brexit-Rede der britischen Regierungschefin in Florenz Klarheit erhofft hat, muss nun aber enttäuscht sein. Der Auftritt wirkte hilflos. May hat nach wie vor keinen klaren Plan, wie sie die Trennung bewerkstelligen und die Beziehung zur EU künftig regeln will.

Diese Planlosigkeit dürfte auch die europäischen Partner beunruhigen. Bis zum Austrittsdatum am 29. März 2019 ist nicht mehr viel Zeit. Ab Montag soll weiterverhandelt werden, doch May blieb sowohl bei den künftigen Rechten der EU-Bürger in Grossbritannien als auch bezüglich der finanziellen Verpflichtungen gegenüber der EU vage.

Mit Blick auf die künftige Beziehung warb May für kreative Lösungen abseits bestehender Modelle, ohne allerdings konkret zu werden. Die Premierministerin plädierte derart eindringlich für eine tiefgreifende und umfassende Partnerschaft, dass man sich einmal mehr fragen musste, weshalb die Briten austreten wollen.

So schnell soll es jetzt ohnehin nicht gehen. May drängt neuerdings auf eine zweijährige Übergangsfrist, innerhalb derer alles beim Alten bleiben soll. Die Verlängerung ist wohl nötig, um die Beziehung nach dem Austritt zu regeln. Der Brexit ist offensichtlich komplizierter, als es sich dessen Befürworter vorgestellt haben.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 22.09.2017, 22:33 Uhr

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