Radioaktive Werte im AKW Fukushima stark gestiegen

Die Werte für radioaktives Cäsium und Jod im havarierten Atomkraftwerk haben sich im Vergleich zum März vervielfacht. Nun soll bei Schulen verseuchter Boden abgetragen werden.

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Der Wert für Cäsium 134 und 137 wuchs etwa um das 250-Fache. Bei Jod 131 sei es etwa das Zwölffache gewesen. Dies meldet der japanische Fernsehsender NHK. Deswegen muss der AKW-Betreiber Tepco nach eigenen Angaben der Beseitigung des radioaktiven Wassers Priorität einräumen. Wie japanische Medien unter Berufung auf Tepco am Dienstag weiter berichteten, steigt der Pegelstand des radioaktiv verseuchten Wassers weiter an. Es seien in den vergangenen Tagen jeweils wenige Zentimeter dazugekommen.

Tepco kündigte am Wochenende an, weitere Zwischenlager für hoch radioaktives Abwasser bauen zu wollen. Das Unternehmen muss derzeit etwa 70'000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Abwasser aus den Turbinengebäuden und aus Tunnels pumpen, das zur Notkühlung der beschädigten Reaktoren benutzt worden war. Das Wasser behindert die Reparaturarbeiten am Kühlsystem und gefährdet die Arbeiter. Das Kraftwerk war durch das verheerende Erdbeben mit Stärke 9,0 und den dadurch ausgelösten Tsunami am 11. März schwer beschädigt worden.

Pausenplätze sollen wieder begehbar werden

Mit Radioaktivität im Erdboden haben derweil einige Schulen der Region zu kämpfen. Im Nordosten des Landes planen die Behörden, Schulgelände von radioaktiv verschmutzter Erde zu befreien.

In der Stadt Koriyama in der Präfektur Fukushima sollen laut dem Fernsehsender NHK ein bis zwei Zentimeter Erde entfernt werden. Die Stadt liegt etwa 50 Kilometer von dem Unglücksreaktor entfernt. Durch das Abtragen einer Erdschicht soll es den Schülern von 28 Schulen ermöglicht werden, zumindest zeitweise wieder nach draussen auf die Pausenplätze zu gehen.

Kaiserpaar will Katastrophengebiet besuchen

Der japanische Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko wollen die Katastrophenregion im Nordosten des Landes besuchen. Auf dem Reiseplan stehen die vom Erdbeben und dem Tsunami verwüsteten Präfekturen Miyagi, Iwate und Fukushima. Über 14'000 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, etwa 12'000 gelten als vermisst.

Nach Miyagi will das Paar am Mittwoch fliegen. Für den 2. Mai ist eine Visite in Iwate geplant. Fukushima steht am 11. Mai auf dem Terminkalender. Anfang April hatte das Kaiserpaar zwei Städte in der Region Kanto in Ostjapan besucht, die ebenfalls von der Katastrophe betroffen sind.

kpn/jak/sda

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