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«Lieber weg von hier»

Erst wenige Japaner haben begonnen, sich vor einer Strahlenkatastrophe in Sicherheit zu bringen. Die meisten sind völlig gelassen. Das hat auch mit der beschwichtigenden staatlichen Informationspolitik zu tun.

Viele Japaner glauben, die Regierung habe alles im Griff: Leute Bewegen sich mit ihren Fahrrädern in Shiogama im Norden Japans und wollen bisher nicht flüchten.
Viele Japaner glauben, die Regierung habe alles im Griff: Leute Bewegen sich mit ihren Fahrrädern in Shiogama im Norden Japans und wollen bisher nicht flüchten.
Keystone

Es braucht mehr als ein Erdbeben der Stärke 9, einen Tsunami an der Küste und einen explodierenden Atomreaktor, um die Japaner aus der Ruhe zu bringen. Das Protokoll einer Reise durch das Land der Gefasstheit beginnt am Flughafen Narita. «Bitte entschuldigen Sie, dass wir Sie hier warten lassen müssen», sagt der Beamte der Bahngesellschaft JR und verbeugt sich dabei. In einem sauber gebügelten blauen Overall, ein Klemmbrett mit Kugelschreiber in der Hand, geht er freundlich lächelnd an der hundert Meter langen Schlange von Menschen vorbei, die vor dem Bahnhof steht. Die Leute warten diszipliniert in einer langen Kolonne, niemand drängelt sich vor, niemand beschwert sich.

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