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In der Sperrzone von Fukushima

Yasumitsu Yamada wollte sich selber ein Bild machen über die Lage im Katastrophengebiet. Er schaffte es bis wenige Kilometer an das schwer beschädigte AKW Fukushima 1 – und sah Panik und Chaos.

Aus Angst vor einer drohenden Atomkatastrophe sind am Wochenende rund um Fukushima 1 mehr als 200'000 Menschen aus der Gefahrenzone gebracht worden. Gerade in diese Zone wagte sich Yasumitsu Yamada, ein Unternehmer, der einst als Journalist gearbeitet hatte. Die Polizei habe ihn nicht zurückgehalten, sagt Yamada nach seinem ungewöhnlichen Ausflug gemäss einem Bericht der deutschen Presse-Agentur (dpa). Es habe auch keine Strassensperren gegeben, wie im japanischen Fernsehen verkündet worden sei. Eine Privatperson habe ihn nach Ortemachi gefahren, einen Ort, der sich 15 Kilometer vor dem stark beschädigten Kraftwerk Fukushima 1 befindet.

Yasumitsu Yamada sah verstörte und besorgte Menschen, weinende Mütter und verzweifelte Kinder, auch Leute, die in Turnhallen und Schulen flüchteten. Es seien viele Krankenwagen und Polizeiwagen in die offiziell gesperrte Zone rund um Fukushima 1 hinein- und hinausgefahren, erzählt Yamada, der gemäss eigenen Aussagen auch Fotos in der Sperrzone gemacht hat.

«Der Kopf tut weh, die Augen tränen»

Die Polizei habe ihn daran hindern wollen, Fotos zu machen, sagte er gemäss dem dpa-Bericht. Die japanische Regierung wolle nicht, dass die Panik und das Chaos im Katastrophengebiet dokumentiert würden. Weiter berichtet der Ex-Journalist von Menschen, vorwiegend Alte, die die 20 Kilometer grosse Evakuierungszone nicht verlassen wollten. Menschen aus dem Norden hätten ihm erzählt, dass dort Dutzende Leichen im Wasser trieben.

Der aus der Stadt Nagoya stammende Yamada wird sich nach seiner Rückkehr aus Fukushima von einem Arzt untersuchen lassen, weil er gesundheitliche Beschwerden spürt. «Der Kopf tut weh, und meine Augen tränen», sagt Yamada. Er geht davon aus, eine erhöhte Strahlendosis erwischt zu haben. Seine Kleider habe er ausgezogen und weggeworfen. Die Hose habe er aber behalten, da er lediglich diese besitze.

Noch 600 Menschen in der Evakuierungszone

Im vom Erdbeben schwer getroffenen Atomkraftwerk Fukushima 1 ist heute Morgen in einem weiteren Reaktor das Kühlsystem zusammengebrochen. Trotz Evakuierung sollen sich nach Regierungsangaben noch etwa 600 Menschen in der gesperrten Zone befinden, wie Nachrichtenagenturen berichten.

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