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90 Helikopter, 50 Boote und 100 Taucher suchen nach Vermissten

Japan hat eine gross angelegte Suchaktion gestartet. 25'000 Soldaten durchkämmen die Nordostküste. Seit dem Tsunami sind noch immer 12'000 Personen verschwunden.

Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)  im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Keystone
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Keystone
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Reuters
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In Japan hat am Montag eine weitere grosse Suchaktion nach tausenden noch immer vermissten Opfern des verheerenden Erdbebens und Tsunamis vor einem Monat begonnen. Rund 25'000 Soldaten begannen mit einer zweitägigen Suchaktion, bei der sie die von der Naturkatastrophe betroffene Nordostküste des Landes durchkämmen.

Unterstützt von 90 Hubschraubern und Flugzeugen, 50 Booten und 100 Marinetauchern, beteiligten sich neben den japanischen Streitkräften auch Polizisten, die Küstenwache sowie US-Soldaten an der Suche. «Wir vermissen noch immer eine Menge Menschen», sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Norikazu Muratani. «Wir wollen sie bergen und ihren Familien zurückbringen.» Bis Montagabend (Ortszeit) wurden nach Angaben der Streitkräfte 38 Leichen gefunden.

Probleme bei der Identifizierung

Allerdings stellt nicht nur das Finden der schätzungsweise rund 12'000 Vermissten eine grosse Herausforderung dar, auch ihre Identifizierung bereitet mitunter grosse Schwierigkeiten. Leichen, die erst so viele Wochen nach der Katastrophe entdeckt würden, seien schwarz und aufgedunsen, und daher fast nicht mehr zu erkennen, sagte der Sprecher eines Regiments, das sich in der Stadt Shichigahamamachi auf die Suche nach einem Dutzend Vermisster gemacht hatte. «Wir wissen noch nicht einmal, ob es ein Mann oder eine Frau ist», sagte Michihiro Ose.

Im Vergleich zu einem normalen Erdbeben, bei dem die Opfer zumeist unter den Trümmern begraben werden, sei es nun wesentlich schwieriger, da der Tsunami die Körper überall hin gespült oder gar aufs Meer hinaus gezogen haben könnte, sagte Ose. Bislang ist der Tod von mehr als 14'300 Menschen bestätigt. Schätzungen zufolge kamen bis zu 26'000 Menschen ums Leben.

Weiter Kritik an Regierungspartei

Deutliche Kritik am Umgang mit der Katastrophe wird auch weiterhin an der Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan geäussert, den einige Oppositionsmitglieder zum Rücktritt aufgefordert haben. Bei den am Wochenende abgehaltenen Wahlen, zumeist für lokale Regierungsposten, konnten die Mitglieder der regierenden Demokratischen Partei (DPJ) lediglich drei von zehn Abstimmungen für sich verbuchen.

Kan sagte am Montag im Parlament, seine Regierung unternehme alles in seiner Macht stehende, um die havarierte Atomanlage in Fukushima-Daiichi wieder unter Kontrolle zu bringen. «Der Atomunfall dauert noch immer an», sagte Kan. Daher habe es nun oberste Priorität, die Situation zu stabilisieren. Goshi Hosono, ein Berater Kans und Mitglied des nach der Atomkatastrophe eingerichteten Krisenstabs, kritisierte den Kraftwerksbetreiber Tepco für dessen Umgang mit Krise. «Ich denke, Tepco ist es gewohnt, seine normale Arbeit als Energieversorger zu machen, aber sie waren nicht gut darin, etwas anderes zu bewerkstelligen», sagte Hosono.

dapd/miw

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