Jemens Armee tötet Al-Qaida-Kämpfer

Die Regierung übte Vergeltung gegen Anhänger der Terrororganisation, die einen Armeestützpunkt angriffen. Das Regime befürchtet offenbar, dass die Extremisten die Demonstranten unterstützen.

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Die jemenitische Armee hat bei einem Gefecht mit Al-Qaida-Kämpfern offenbar mindestens zwölf Extremisten getötet. Fünf andere Aufständische seien in der Al-Qaida-Hochburg Lawdar verletzt worden.

Dies berichtete die Website «yobserver» unter Berufung auf Sicherheitskreise in der südlichen Provinz Abjan berichtet. Die Al-Qaida-Kämpfer hatten am Tag zuvor einen Armeestützpunkt mit Maschinengewehren, Mörsern, Panzerfäusten und Handgranaten angegriffen, aber nicht eingenommen.

Proteste gegen Saleh waren ausschlaggebend

Die Armee verlegte zusätzliche Kräfte in den Bezirk Lawdar, um den Stützpunkt gegen Angriffe besser zu sichern. Die Soldaten liefern sich in Lawdar seit Monaten immer wieder Gefechte mit dem dort aktiven Ableger des Terrornetzes von Osama Bin Laden.

Der Angriff der Extremisten erfolgte vor dem Hintergrund der Rücktrittsforderungen gegen Präsident Ali Abdullah Saleh. Dieser hatte am letzten Wochenende die Proteste gegen ihn blutig niedergeschlagen.

General Ali Mohsen al-Ahmar, einer der einflussreichsten Kommandanten der jemenitischen Armee, und mehrere Offiziere hatten sich von Saleh losgesagt.

Notstandsgesetze verhängt

Das Parlament im Jemen hat mittlerweile für 30 Tage ein Notstandsgesetz verhängt. Die Abgeordneten kamen damit einer Aufforderung von Präsident Ali Adullah Saleh nach. Es galt schon zuvor als sicher, dass der Vorschlag angenommen werden würde, weil Salehs Regierungspartei das Parlament dominiert.

Das Notstandsgesetz gibt den Sicherheitskräften weitreichende Befugnisse. Sie können Verdächtige festnehmen und unbegrenzt festhalten. Ausserdem ist die Verfassung ausser Kraft gesetzt. Die Medien können zensiert werden, Demonstrationen sind verboten.

miw/sda/dapd

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