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Irakischer Schuhwerfer festgenommen

Ein Tag vor dem geplanten «Tag des Zorns» wurde der berühmteste Exponent der Protestaktion in Gewahrsam genommen. Eine Ansprache des Ministerpräsidenten zeugt von einer nervösen Stimmung im Irak.

Wurde erneut in Haft: Journalist und Schuhwerfer Muntadhar al Seidi.
Wurde erneut in Haft: Journalist und Schuhwerfer Muntadhar al Seidi.
Keystone

Für Freitag wurde im Irak ein landesweiter «Tag des Zorns» ausgerufen. Im Internet kursieren Aufforderungen zur Teilnahme an Demonstrationen in zahlreichen Städten. Bisherige Protestkundgebungen waren von eher kleinem Ausmass. Es kam nur vereinzelt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten.

Die Protestierenden verlangten vor allem eine bessere Verwaltung, mehr Unterstützung für Witwen und Waisen sowie besseren Schutz der Menschenrechte. Anders als in anderen Ländern der arabischen Welt forderten sie aber keinen Machtwechsel.

Terroristen sind Schuld

Iraks Ministerpräsident Nuri Al-Maliki hat seine Landsleute in einer Fernsehansprache zum Verzicht auf die Teilnahme an den für Freitag angekündigten Protestkundgebungen aufgefordert. Diese Demonstrationen seien von Anhängern des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein und der Al-Kaida organisiert, sagte er in der am Donnerstag ausgestrahlten Ansprache.

Damit wiederholte er schon früher getätigte Äusserungen, in denen er Loyalisten des Ex-Präsidenten und Terroristen für einige der Probleme des Landes verantwortlich machte.

Irakischer Schuhwerfer festgenommen

Der irakische Journalist Muntaser al-Seidi, der durch seinen Schuhwurf auf den früheren US-Präsidenten George W. Bush weltbekannt wurde, ist festgenommen worden.

Die irakische Armee nahm ihn vor einer Moschee im Norden der Hauptstadt Bagdad in Gewahrsam, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag berichtete. In der Moschee wollte Saidi vor Pressevertretern zu Protesten in Bagdad gegen soziale Missstände aufrufen.

Wahrscheinlich zum ersten Mal seit seiner Haftentlassung war al-Seidi wieder in sein Heimatland zurückgekehrt. Ein Gericht hatte ihn für den Schuhwurf zu neun Monaten Haft verurteilt. Seit seiner Entlassung lebt er im Libanon.

(dapd)

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