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Eine heillos zerstrittene Familie

Ghadhafi und seine Angehörigen pflegten bislang direkten Zugang zu den lukrativsten Einkünften des Landes zu haben. Dabei sind sich die Ghadhafi-Sprösslinge spinnefeind.

Ein Machthaber mit grosser Familie: Muammar al-Ghadhafi.
Ein Machthaber mit grosser Familie: Muammar al-Ghadhafi.
Keystone
Gaddafis zweiter Sohn Seif al-Islam hat über seine One-Nine-Gruppe Zugriff auf die Ölindustrie.
Gaddafis zweiter Sohn Seif al-Islam hat über seine One-Nine-Gruppe Zugriff auf die Ölindustrie.
Keystone
Khamis al-Ghadhafi ist der jüngste Sohn von Muammar al-Ghadhafi. Er ist in der libyschen Armee tätig. Im März wurde Khamis Ghadhafis Tod vermeldet, bis er sich wenig später der Öffentlichkeit zeigte.
Khamis al-Ghadhafi ist der jüngste Sohn von Muammar al-Ghadhafi. Er ist in der libyschen Armee tätig. Im März wurde Khamis Ghadhafis Tod vermeldet, bis er sich wenig später der Öffentlichkeit zeigte.
Reuters
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Der Clan des libyschen Machthabers Muammar al- Ghadhafi ist nach einem Pressebericht über die Aufteilung des riesigen Geschäftsimperiums heillos zerstritten. Das berichtete die britische Zeitung «Financial Times» am Mittwoch unter Berufung auf eine Depesche von US-Diplomaten, welche die Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlichte. Das Dokument vom Mai 2006 belege, dass Ghadhafi und seine Angehörigen «direkten Zugang zu lukrativen Geschäftsdeals» haben. Der Clan habe «starke Interessen im Öl- und Gas-Sektor, an Telekommunikation, Infrastruktur, Hotels, Medien und Konsumgütern», zitiert die Zeitung aus der Depesche.

In einem anderen US-Dokument von März 2009 werden dem Bericht zufolge Beispiele für den «mörderischen Krieg» zwischen den Ghadhafi-Sprösslingen genannt. Diese gäben «genug Schmutz für eine libysche Seifenoper» her, heisst es darin. Die Kinder Ghadhafis bezogen in 2006 gemäss dem US-Dokument «bedeutende Einkünfte» aus dem nationalen Ölunternehmen sowie aus Subfirmen in der Ölverarbeitungsindustrie.

Überall die Hände im Spiel

Ghadhafis zweiter Sohn Seif al-Islam habe über seine One-Nine-Gruppe Zugriff auf die Ölindustrie, hiess es in der Depesche. Gaddafis Tochter Aisha Muammar soll demnach enge Verbindungen zu den Branchen Energie und Bau haben, der älteste Sohn Mohammed zu Telekom- und Internetanbietern.

Der dritte Sohn Saadi war nach Erkenntnissen der US-Diplomaten mit «seinen Fussball-Teams, dem Olympischen Komitee und seiner militärischen Karriere» beschäftigt. Zudem sei er in einen Familienstreit über eine Coca-Cola-Lizenz verwickelt gewesen - der Depesche zufolge «eine sehr krumme Geschichte».

Beschlagnahmung gefordert

Die Organisation Transparency International forderte eine Untersuchung internationaler Experten. Solange müsse das Vermögen des Ghadhafi-Clans beschlagnahmt werden, sagte die TI-Vorsitzende Huguette Labelle der «Financial Times».

(SDA)

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