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Die meistgesuchte Frau Frankreichs

Die Fahndung nach Hayat Boumeddiene, Ehefrau und mutmassliche Komplizin des Supermarkt-Geiselnehmers, läuft auf Hochtouren. Was weiss man über sie?

Der «Held von Paris»: Lassana Bathily.
Der «Held von Paris»: Lassana Bathily.
AFP
Die Beamten Franck Brinsolaro, Ahmed Merabet und Clarissa Jean-Philippe wurden posthum in die französische Ehrenlegion aufgenommen: Präsident Hollande hält eine Medaille vor einem Sarg. (13. Januar 2015)
Die Beamten Franck Brinsolaro, Ahmed Merabet und Clarissa Jean-Philippe wurden posthum in die französische Ehrenlegion aufgenommen: Präsident Hollande hält eine Medaille vor einem Sarg. (13. Januar 2015)
AP Photo/Francois Mori, Keystone
Mit Kalaschnikows bewaffnet: Zwei der maskierten Täter.
Mit Kalaschnikows bewaffnet: Zwei der maskierten Täter.
Facebook/Jordi Mir
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Tausende Beamte sind im Einsatz, um die 26-Jährige Hayat Boumeddiene ausfindig zu machen. Boumeddiene wird verdächtigt, Coulibalys Komplizin bei dem Mord an einer Polizistin am Donnerstag südlich von Paris gewesen zu sein. Die Ermittler vermuten zudem, dass die junge Frau auch an der Geiselnahme in dem Supermarkt am Freitag beteiligt war – allerdings wurde weder ihre Leiche entdeckt, noch befand sie sich unter den Verletzten.

Die Polizei warnt, die Gesuchte sei «bewaffnet und gefährlich». Von Boumeddiene kursieren zwei Fotos. Eines der Bilder, das zuerst in der Zeitung «Le Monde» veröffentlicht wurde, zeigt eine verschleierte und mit einer Armbrust bewaffnete Frau. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten war Boumeddiene mehrfach in ein Waldgebiet im Süden Frankreichs gereist, um dort mit der Waffe zu trainieren.

Schwierige familiäre Verhältnisse

Im Kontrast dazu steht das offizielle Fahndungsfoto der Polizei. Darauf ist eine junge, fast kindlich wirkende Frau mit braunen Haaren zu sehen, die teilnahmslos in die Kamera blickt. Das Foto entstand im Jahr 2010, als die Polizei Boumeddiene zu ihrem Lebensgefährten Coulibaly, einem polizeibekannten Islamisten, befragte.

Boumeddiene stammt aus schwierigen familiären Verhältnissen. Ihre Mutter starb, als Hayat sechs Jahre alt war, danach wuchsen sie und ihre sechs Geschwister unter staatlicher Obhut auf, da sich ihr Vater nicht um die Kinder kümmern konnte. Die 26-Jährige gilt als sehr religiös. Laut Medienberichten verlor sie ihren Job als Kassiererin, weil sie darauf bestand, einen Nikab zu tragen. Ein solcher Schleier verdeckt das Gesicht fast vollständig.

Coulibaly und Boumeddiene vollzogen 2009 eine religiöse Trauung, offiziell verheiratet waren sie aber nicht, da dafür in Frankreich der Gang aufs Standesamt nötig ist. Coulibaly zog nach seiner Haftentlassung im Mai 2014 wieder bei seiner Partnerin ein.

Mehr als 500 Telefongespräche

Der wegen Raubs und Drogenhandels vorbestrafte Coulibaly verbüsste mehrere Gefängnisstrafen. Während seiner Haft wandelte er sich zum radikalen Muslim, offenbar angestachelt von seinem Mithäftling Chérif Kouachi. Vor seinem Tod sagte Coulibaly dem TV-Sender BFMTV in einem Telefoninterview, er sei Mitglied der Jihadisten-Gruppe Islamischer Staat (IS) und habe seine Taten mit den Kouachi-Brüdern abgestimmt. Auf die Frage, ob auch seine Partnerin in dem Supermarkt sei, antwortete er: «Nein, ich bin alleine. Meine Frau ist nicht da.»

Boumeddiene hatte engen Kontakt zu Chérif Kouachis Frau Izzana Hamyd, die bereits am Mittwoch in Polizeigewahrsam genommen wurde. Nach Angaben der Ermittler führten die beiden Frauen im vergangenen Jahr mehr als 500 Telefongespräche. Die Verbindungsdaten und Mitschnitte werden nun ausgewertet, um die Rolle der beiden Frauen zu klären und mögliche weitere Komplizen ausfindig zu machen.

AFP

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