«Der Lieferwagen kam 20 Meter vor uns zum Stehen»

Nach dem Terroranschlag in Barcelona herrschte zunächst Chaos. Schweizer Augenzeugen berichten.

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Ein Leser, der mit einem Freund für einen Kurzurlaub in Barcelona ist, hat das Geschehen auf der Rambla hautnah miterlebt. «Wir waren auf dem Weg vom Strand ins Hotel. Der Lieferwagen kam 20 Meter vor uns zum Stehen. Extreme Panik und Angst war ausgebrochen», beschreibt er die Szene.

Die beiden seien danach in einen Souvenirshop geflüchtet. Als sie realisierten, was geschehen ist, seien sie zum Hotel gerannt. Die Strassen seien voll von Polizisten und Helikopter im Einsatz gewesen. «Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht, dass ich jemals so etwas erlebe», so der Augenzeuge.

«Ich packte meine Freundin am Arm»

Ein weiterer Leser aus Liechtenstein befand sich zur Tatzeit mit seiner Freundin im Einkaufszentrum El Corte Inglés, das sich unweit der Rambla befindet. «Wir waren gerade an der Kasse, als plötzlich eine Welle von Menschen hineinstürmte», schildert er. «Als die ersten Personen herein kamen, schreiend, weinend und so panisch rannten, wie wir es noch nie gesehen haben, wussten wir, dass es sich um etwas sehr Schlimmes handeln musste.»

Er habe seine Freundin am Arm gepackt und sie hinter ein Regal gezogen. Innert weniger Minuten seien alle Eingänge des Einkaufszentrums geschlossen worden. Nach rund einer halben Stunde hätten sie dann das Gebäude durch eine Seitentüre verlassen können, die Polizei habe die Leute gebeten, ihnen in Richtung eines Parks zu folgen. «In den Gesichtern sieht man Trauer, Schock und Unfassbarkeit», beschreibt er die Stimmung.

«Es hat ein riesiges Chaos geherrscht»

Der 20-jährige Silvan K. aus Frauenfeld befindet sich ebenfalls in Barcelona in den Ferien. Zum Zeitpunkt des Anschlags am Donnerstagnachmitag sei er gerade unterwegs zum Food Market an der Rambla gewesen. Auf einmal seien Dutzende Polizisten an ihm vorbei gerannt. Auf der Hauptstrasse seien etliche Polizeiautos, Krankenwagen und bewaffnete Polizisten im Einsatz gewesen. «Es hat ein riesiges Chaos geherrscht», sagte Silvan K. gegenüber DerBund.ch/Newsnet.

Fliehende Passanten seien in die umliegenden Souvenirshops und andere Läden geflüchtet, die danach ihre Türen und Tore geschlossen hätten. Auch Silvan K. sei in einen Laden gegangen, der dann abgeriegelt wurde. Nach ungefähr zehn Minuten seien die Tore wieder geöffnet worden. Danach habe er zurück ins Hotel gehen können.

Bereits Anschläge in London erlebt

Silvan K. arbeitet in London und hat bereits zwei Anschläge in der britischen Hauptstadt aus der Nähe erlebt. Dort sei die Stimmung ruhiger gewesen als in Barcelona. «Alles wirkt sehr angespannt hier», sagt er.

Eine Schweizerin vor Ort berichtet gegenüber DerBund.ch/Newsnet: «Ich war in der Nähe, da kamen mir plötzlich Menschen entgegen gerannt. Sieht übel aus, die Stimmung auf der Strasse ist schlimm.»

Eine weitere Augenzeugin beschrieb die Stimmung gegenüber DerBund.ch/Newsnetso: «Ganz Barcelona ist zu Hause, die Strassen sind leer, es ist gespenstisch ruhig.»

chi/kaf/kf

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