Zum Hauptinhalt springen

Zahl der zivilen Opfer steigt drastisch an

Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind in Afghanistan 25 Prozent mehr Zivilisten getötet worden als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Opfer durch Nato-Truppen ist jedoch deutlich gefallen.

Zählt nicht zu den Hauptschuldigen: Nato-Soldat.
Zählt nicht zu den Hauptschuldigen: Nato-Soldat.
Keystone

Nach einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der Vereinten Nationen gehen drei Viertel der Toten und Verletzen auf das Konto der Aufständischen. «Die menschlichen Kosten dieses Konflikts steigen unglücklicherweise», sagte der Uno-Sondergesandte Staffan De Mistura in Kabul. Die UNO seien sehr besorgt, weil es zu viele zivile Opfer gebe, sagte er.

Dem Bericht zufolge kamen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 1271 Afghanen ums Leben und 1997 wurden verletzt - die meisten durch Sprengstoffanschläge. Für 72 Prozent der Toten seien die Aufständischen verantwortlich. Im Vorjahr lag diese Zahl noch bei 58 Prozent. «Wenn sie die Zukunft Afghanistans mitgestalten wollen, können sie dabei nicht über die Leichen so vieler Zivilisten gehen», sagte De Mistura. Die Aufständischen würden im gesamten Land stärkere und raffiniertere Sprengsätze benutzen, fügte er hinzu.

Verzicht auf Luftangriffe

Den Nato-Streitkräften und ihren afghanischen Verbündeten werden in dem Uno-Report 223 Todesopfer zur Last gelegt. Damit wäre ihr Anteil von 31 auf 18 Prozent gefallen. Der Hauptgrund dafür sei der Verzicht auf Luftangriffe. Doch noch immer kamen knapp ein Drittel der von internationalen Truppen getöteten Afghanen bei Luftangriffe ums Leben.

Laut UNO stieg die Zahl der gezielt von Aufständischen getöteten Personen um 95 Prozent. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien ausserdem 176 Kinder getötet und 389 weitere verletzt worden - 55 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

dapd/sam

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch