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Wollte Pakistan mit Taliban-Festnahme Friedensdialog stören?

Die Festnahme des Talibanführers Mullah Abdul Ghani Baradar war möglicherweise ein Versuch Pakistans, heimliche Friedensgespräche zwischen Aufständischen und der afghanischen Regierung zu torpedieren.

Das berichtete die «New York Times» am Sonntag unter Berufung auf namentlich nicht genannte pakistanische Sicherheitsbeamte. Der Militärchef der afghanischen Taliban war Anfang des Jahres in der pakistanischen Hafenstadt Karachi festgenommen worden. Er galt als rechte Hand des Taliban-Anführers Mullah Mohammed Omar.

Der «New York Times» zufolge nahmen pakistanische Sicherheitskräfte in den Wochen nach Baradars Festnahme noch 23 weitere Talibanführer fest. Viele von ihnen hätten in den Jahren zuvor noch den Schutz der pakistanischen Regierung genossen.

Bis dahin geheimgehaltene Gespräche zwischen den Taliban und Kabul endeten nach den Festnahmen. «Wir haben Baradar und die anderen festgenommen, weil sie ohne uns eine Abmachung (mit der afghanischen Regierung) treffen wollten», zitierte die «New York Times» einen pakistanischen Sicherheitsbeamten. «Wir schützen die Taliban, sie sind von uns abhängig.» Pakistan werde ihnen «nicht erlauben», eine Abmachung mit Afghanistans Staatschef Hamid Karzai zu treffen.

Gegenseitige Vorwürfe

US-Behördenmitarbeiter sagten der «New York Times» dagegen, diese Aussagen seien «eigennützige Märchen». Die pakistanischen Sicherheitsbehörden würden sich wichtiger nehmen, als sie tatsächlich seien. Bei dem Einsatz in Karachi hätten die Pakistaner zunächst gar nicht gewusst, wen sie antreffen würden. Andere US-Behördenmitarbeiter mutmassten hingegen, der US-Geheimdienst CIA sei von den Pakistanern benutzt worden, um Friedensgespräche in Afghanistan zu blockieren.

Bereits im März hatte die afghanische Regierung kritisiert, die Festnahmen hätten «negative Auswirkungen» auf die Friedensgespräche gehabt. Der frühere Afghanistan-Sondergesandte Kai Eide warf Pakistan in einem Interview vor, mit den Festnahmen Friedensgespräche mit den Aufständischen blockiert zu haben. Über die genauen Hintergründe der Festnahme Baradars wurde der «New York Times» zufolge monatelang in Geheimdienst- und Militärkreisen spekuliert.

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