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«Wir entschuldigen uns bei allen betrogenen Müttern»

225'000 Babys wurden in Australien zwischen den 50er und 70er Jahren zwangsweise ihren Müttern weggenommen und zur Adoption freigegeben. Jetzt gab es von der Regierung eine offizielle Entschuldigung.

«Ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens»: Die australische Premierministerin Julia Gillard (rechts) wird von einer betroffenen Frau umarmt. (21. März 2013)
«Ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens»: Die australische Premierministerin Julia Gillard (rechts) wird von einer betroffenen Frau umarmt. (21. März 2013)
Keystone

Die australische Regierung hat sich offiziell für die erzwungene Adoption zehntausender Babys entschuldigt, die zumeist als Kinder unverheirateter Frauen zur Welt gekommen waren.

Dass die Kinder seit den 50er bis in die 70er Jahre ihren Müttern weggenommen worden seien, habe «ein lebenslanges Vermächtnis des Schmerzes und des Leidens» verursacht, sagte Premierministerin Julia Gillard am Donnerstag. «Bei Ihnen, den Müttern, die durch ein System betrogen wurden, das Ihnen keine Wahl gab und Sie Manipulation, Misshandlung und Missbrauch aussetzte, entschuldigen wir uns.»

Die betroffenen Mütter seien nicht über ihre Rechte aufgeklärt und mit falschen Beteuerungen getäuscht worden. «Sie wurden gezwungen, Zwang und Brutalität von Praktiken zu erleiden, die unethisch, ehrlos und in vielen Fällen illegal waren», führte Gillard in ihrer Entschuldigung aus.

Der Entschuldigung war eine Untersuchung im Auftrag des Senats vorausgegangen, derzufolge von 1951 bis 1975 in Australien 225'000 Babys ihren Müttern zwangsweise weggenommen wurden. Auf unverheiratete Frauen wurde Druck ausgeübt, damit sie ihre Babys zur Adoption freigeben, die Adoptionen wurden als alternativlos dargestellt. Vielfach wurden in den Geburtsurkunden der betroffenen Kinder einfach die Adoptiveltern als leibliche Eltern eingetragen.

Etwa 800 Mütter und Adoptierte waren im Parlament, um die Entschuldigung zu hören. Die Regierung versprach, Therapien für Betroffene zu finanzieren und stellte Geld für die Aufarbeitung des Themas im Nationalarchiv bereit.

AFP/sda/chk

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