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Taliban töten mehr als 130 Schüler

Talibankämpfer haben eine öffentliche Schule der pakistanischen Armee angegriffen und ein Massaker angerichtet. Insgesamt starben mindestens 141 Menschen.

Das Militär schlägt nach dem Angriff zurück: Soldaten am Tor zum Gelände der angegriffenen Schule in Peshawar.  (17. Dezember 2014)
Das Militär schlägt nach dem Angriff zurück: Soldaten am Tor zum Gelände der angegriffenen Schule in Peshawar. (17. Dezember 2014)
Zohra Bensemra, Reuters
Drei Tage Staatstrauer: Kinder gedenken in einer Schule den Toten. (17. Dezember 2014)
Drei Tage Staatstrauer: Kinder gedenken in einer Schule den Toten. (17. Dezember 2014)
Keystone
Ein Mann hält einen Schüler, während er telefoniert.
Ein Mann hält einen Schüler, während er telefoniert.
Khuram Parvez, Reuters
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In der nordpakistanischen Stadt Peschawar sind heute bei einem Taliban-Angriff auf eine Schule hunderte Geiseln genommen worden. Bis zu 500 Schüler und Lehrer waren in der Gewalt der Geiselnehmer, verlautete von Seiten des Militärs.

Bei dem Angriff sind mehr als 141 Menschen getötet worden. 132 der Opfer seien Kinder und Jugendliche, sagte ein Militärsprecher. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt, erklärte ein Vertreter der Provinzregierung. Zu Beginn war von 20 Toten die Rede gewesen. Die Opferzahlen stiegen im Verlaufe des Tages kontinuierlich an. Der Angriff war erst nach stundenlangen Gefechten mit Sicherheitskräften zu Ende. Alle Angreifer seien tot, hiess es. Ministerpräsident Nawaz Sharif sprach von einer «nationalen Tragödie» und begab sich umgehend nach Peshawar.

Zeugen: Gezielte Ermordung von Schülern

Mindestens fünf Angreifer in Armeeuniformen waren in die vom Militär betriebene öffentliche Schule in der Stadt nahe der Grenze zu Afghanistan gestürmt und hatten das Feuer auf die Schüler eröffnet und Sprengsätze gezündet. Augenzeugen berichteten von einer riesigen Explosion in der Schule und der gezielten Ermordung von Schülern.

Kurz nach dem Angriff seien Armeeeinheiten am Tatort gewesen und hätten sich Gefechte mit den Angreifern geliefert. Im Innern der Schule waren Schüsse zu hören. Soldaten haben das Gebäude umstellt. Das pakistanische Fernsehen zeigte Bilder, wie Soldaten die Gegend absperrten und Menschen zurückdrängten.

Der schlimmste Angriff seit über einem Jahr. (Video: Reuters)

Die Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bekannte sich zu dem Angriff. Es habe sechs Angreifer gegeben, darunter auch Selbstmordattentäter, sagte ein Sprecher. Sie wollten sich damit für die Offensive gegen die Rebellen im Stammesgebiet von Nord-Waziristan an der Grenze zu Afghanistan rächen. Bei dem Einsatz im unwegsamen Berggebiet wurden seit dem Sommer nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mehr als 1600 Rebellen getötet.

Die Schule gehört zu einem landesweiten Netzwerk aus Bildungseinrichtungen, die vom Militär für die Kinder von Soldaten betrieben werden. Vielfach unterrichten dort die Frauen von Soldaten. Die Schüler der betroffenen Einrichtung in Peshawar sind zehn bis 18 Jahre alt.

«Ich sah, wie Kinder zu Boden stürzten»

Abdullah Jamal, einer der verwundeten Schüler, berichtete, er habe zum Zeitpunkt des Überfalls zusammen mit Kameraden aus der achten, neunten und zehnten Klasse gerade einen Erste-Hilfe-Kurs mit Sanitätern der pakistanischen Armee gehabt. In den Sekunden nach den ersten Schüssen habe niemand gewusst, was los war.

«Dann sah ich, wie Kinder zu Boden stürzten, sie weinten und schrien», sagte der Junge im Krankenhaus. «Ich bin auch hingefallen. Erst später habe ich erfahren, dass ich eine Kugel abbekommen habe.» Er wurde im Bein getroffen. «Alle Kinder hatten Schusswunden», fügte er hinzu. »Alle Kinder haben geblutet.»

sda/AP/AFP/rub

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