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Seoul erklärt Yeonpyeong zum Sperrgebiet

Nachdem Yeonpyeong vor einer Woche von Nordkorea bombardiert worden ist, hat die Regierung in Seoul die Insel für Zivilisten zum Sperrgebiet erklärt. Die verbliebenen Einwohner sollen möglicherweise evakuiert werden.

Südkorea hat die von Nordkorea angegriffene Insel Yeongpyeong zum Sperrgebiet erklärt: Ein südkoreanisches Schiff bereitete sich derweil auf einen möglichen Angriff vor.
Südkorea hat die von Nordkorea angegriffene Insel Yeongpyeong zum Sperrgebiet erklärt: Ein südkoreanisches Schiff bereitete sich derweil auf einen möglichen Angriff vor.
Reuters
Wuchtige Erscheinung: Der amerikanische Flugzeugträger USS Washington nahm am Manöver im Gelben Meer teil.
Wuchtige Erscheinung: Der amerikanische Flugzeugträger USS Washington nahm am Manöver im Gelben Meer teil.
Keystone
Die Idylle trügt: Yeonpyeong ist zwar eine beschauliche Insel, aber seit Jahrzehnten umstritten.
Die Idylle trügt: Yeonpyeong ist zwar eine beschauliche Insel, aber seit Jahrzehnten umstritten.
Keystone
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Knapp eine Woche nach dem nordkoreanischen Artillerieangriff auf Yeonpyeong hat Südkorea die Insel zum Sperrgebiet für Zivilisten erklärt. Staatschef Lee Myung Bak drohte dem Norden zugleich mit Konsequenzen bei weiteren Attacken. Militärschläge gegen Zivilpersonen seien ein unmenschliches Verbrechen und «sogar in Kriegszeiten verboten», sagte Lee am Montag. Er fühle sich persönlich dafür verantwortlich, dass er «das Leben und Eigentum meines Volkes» nicht habe schützen können. Bei dem Angriff auf Yeonpyeong am vergangenen Dienstag waren zwei Zivilisten und zwei Soldaten ums Leben gekommen.

Die Entscheidung, die Insel zum Sperrgebiet zu erklärten, sei auf Anforderung der Streitkräfte getroffen worden, teilten die Behörden mit. Das Verteidigungsministerium erklärte, nun werde über eine Evakuierung der noch verbliebenen rund 300 Einwohner, Journalisten und Behördenvertreter nachgedacht. Yeonpyeong liegt nur etwa elf Kilometer von Nordkorea entfernt.

«Gnadenlose Gegenschläge»

Marineeinheiten des Südens und der Vereinigten Staaten hatten am Sonntag eine gemeinsame Militärübung im Gelben Meer begonnen. Pyongyang drohte mit «gnadenlosen Gegenschlägen», sollten die nordkoreanischen Seegrenzen verletzt werden. Das Manöver sei ein Vorwand, um «einen Krieg um jeden Preis zu entfachen», zitierte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA aus Kreisen des nordkoreanischen Friedenskomitees. Wenige Stunden nach Beginn der Übung wurde Artilleriefeuer aus Nordkorea vernommen. Es war bereits das zweite innerhalb von drei Tagen.

China bemüht sich unterdessen darum, die Spannungen zwischen den koreanischen Staaten mit einer diplomatischen Initiative zu entschärfen. Der Atombeauftragte Pekings rief zu einer neuen Runde der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm auf. Vertreter der sechs Staaten sollen demnach Anfang Dezember zu einer Krisensitzung nach Peking zu kommen.

dapd/ske

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