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Papst bricht Besuch bei Taifun-Opfern vorzeitig ab – wegen Sturm

Ein Tropensturm wirbelte das Programm von Papst Franziskus auf den Philippinen durcheinander. Im heftigen Regen zelebrierte er vor bis zu einer Million Gläubigen im Taifun-geschädigten Tacloban eine Messe.

Trotzt in Tacloban dem Regen: Papst Franziskus in gelbem Regencape auf dem Papamobil. (17. Januar 2015)
Trotzt in Tacloban dem Regen: Papst Franziskus in gelbem Regencape auf dem Papamobil. (17. Januar 2015)
Ted Aljibe, AFP

Papst Franziskus hat am Samstag seinen Besuch bei Taifun-Überlebenden in den Zentralphilippinen wegen eines nahenden Tropensturms abbrechen müssen. Er zelebrierte am Flughafen von Tacloban bei Regen und heftigem Wind zwar eine Messe für Hunderttausende, kehrte aber früher als geplant nach Manila zurück.

Der Tropensturm Mekkhala hätte einen späteren Start seines Flugzeugs zurück in die Hauptstadt zu gefährlich gemacht. Wie prekär die Lage war, zeigte ein Zwischenfall kurze Zeit nach seinem Abflug: Eine kleinere Chartermaschine mit 16 Regierungsbeamten an Bord wurde auf dem Weg zur Startbahn von einer Windböe gepackt und in die sumpfige Wiese gedrückt, wie der Chef der Zivilluftfahrt berichtete. Niemand wurde verletzt. Das Flugzeug blieb aber beschädigt liegen.

Frau von Lautsprecher erschlagen

Ein anderer Zwischenfall überschattete den Papstbesuch in Tacloban: Eine 27-Jährige wurde nach dem Ende der Messe von einem herabstürzenden Lautsprecher erschlagen. Papst Franziskus hatte Wind und Regen am Morgen noch getrotzt. Er feierte die Messe im gelben Regenmantel. Zuvor schlug er dem Wind ein Schnippchen: er stieg ohne sein Scheitelkäppchen die Flugzeugtreppe hinunter. Es war ihm in den vergangenen Tagen mehrfach fortgeflogen. Beim Abflug war er weniger vorsichtig: prompt landete die Kopfbedeckung wieder im Regen auf dem Rollfeld.

Der Bürgermeister von Tacloban schätzte die Zahl der Menschen, die teils seit dem Vorabend ausgeharrt hatten, auf eine Million. Auch an den Strassen entlang der geplanten Papstroute standen Zehntausende trotz Regens.

Franziskus fuhr im offenen Papamobil an ihnen vorbei, doch musste er das Mittagessen mit einer kleinen Gruppe Überlebender sowie ein Treffen mit Ordensleuten absagen. Er kehrte sicher nach Manila zurück. Taifun Haiyan war im November 2013 mit sechs Meter hohen Flutwellen über die Zentralphilippinen hereingebrochen. Mehr als 7000 Menschen kamen ums Leben. Die Stadt Tacloban wurde schwer verwüstet.

Sechs Millionen Besucher erwartet

Die Bevölkerung in den Philippinen hatte grosse Hoffnungen in den Besuch von Franziskus gesetzt. «Der Papst kann uns keine Häuser und Jobs geben, aber er kann unsere Gebete vor Gott bringen», sagte Anwohner Ernesto Hengzon. «Ich bete, dass Gott diese riesigen Stürme stoppt. Wir halten das nicht mehr aus. Wir haben uns kaum erholt. Viele Leute hier sind noch immer am Boden», sagte er.

Morgen will Franziskus im Riza-Park von Manila eine Messe feiern. Es werden bis zu sechs Millionen Besucher erwartet.

sda/AP/chk

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