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Pakistan will 500 Extremisten hinrichten

Nach dem Massaker an einer Schule reagiert die pakistanische Regierung mit drakonischen Massnahmen. In den kommenden Tagen will sie mehrere Hundert verurteilte islamistische Kämpfer töten.

In Pakistan ist der Schock nach dem Massaker an einer Schule in Peschawar gross: Der Onkel und der Cousin des verletzten Mohammad Gaqair (Mitte) versuchen Trost zu spenden.
In Pakistan ist der Schock nach dem Massaker an einer Schule in Peschawar gross: Der Onkel und der Cousin des verletzten Mohammad Gaqair (Mitte) versuchen Trost zu spenden.
Mohammad Sajjad, Keystone

Nach dem Taliban-Massaker in einer Schule in Pakistan will die pakistanische Regierung hunderte verurteilte Extremisten hinrichten lassen. 500 Verurteilte sollten in den kommenden Wochen exekutiert werden, sagte ein hoher Regierungsvertreter am Montag. Premierminister Nawaz Sharif hatte vergangene Woche als Reaktion auf den Taliban-Angriff auf die Schule in Peshawar ein Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe aufgehoben.

Der Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei 500 zum Tode verurteilten Extremisten seien alle Berufungsmöglichkeiten ausgeschöpft und die Gnadengesuche vom Präsidenten abgelehnt worden. Ihre Hinrichtung werde daher in den «kommenden Wochen» stattfinden. Ein zweiter Beamter bestätigte die Angaben. Ein Regierungssprecher sagte lediglich, Sharif habe die Staatsanwaltschaft angewiesen, bei den Gerichten anhängige Verfahren mit Todesstrafe «aktiv zu verfolgen».

Der Premierminister hatte nach dem Taliban-Angriff auf die Schule am Dienstag vergangener Woche ein seit 2008 geltendes Moratorium für die Vollstreckung der Todesstrafe in «Terrorfällen» aufgehoben. Seitdem wurden sechs Aufständische gehängt.

Intensivierter Militäreinsatz

Bei dem Angriff auf die vom Militär betriebene Schule in der nordwestlichen Stadt Peshawar waren vergangene Woche 149 Menschen getötet worden, darunter 133 Schüler. Es war der schwerste Anschlag in der Geschichte des Landes. Die radikalislamische Rebellengruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan (TTP) bezeichnete das Attentat als Vergeltung für eine Armeeoffensive in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan. Dabei wurden laut der Armee seit Juni rund 1700 Rebellen getötet.

Das Militär hat seit dem Schulmassaker seinen Einsatz gegen die Aufständischen weiter verschärft. Dabei wurden in den vergangenen Tagen dutzende Kämpfer getötet. Die Entscheidung der Regierung, die Vollstreckung der Todesstrafe wieder aufzunehmen, stiess bei Menschenrechtsgruppen auf scharfe Kritik. Trotz der Aussetzung von Hinrichtungen wurden in den vergangenen Jahren weiter Menschen zum Tode verurteilt. Tausende Verurteilte warten in den Gefängnissen auf ihre Hinrichtung.

AFP/rub

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