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Pakistan hängt als Reaktion auf das Schulmassaker zwei Terroristen

Nachdem Taliban-Kämpfer Anfang Woche in einer Schule über 150 Menschen getötet haben, kehrt Pakistan zur Todesstrafe zurück – und eröffnet die Jagd auf die Extremisten.

Das Militär schlägt nach dem Angriff zurück: Soldaten am Tor zum Gelände der angegriffenen Schule in Peshawar.  (17. Dezember 2014)
Das Militär schlägt nach dem Angriff zurück: Soldaten am Tor zum Gelände der angegriffenen Schule in Peshawar. (17. Dezember 2014)
Zohra Bensemra, Reuters
Drei Tage Staatstrauer: Kinder gedenken in einer Schule den Toten. (17. Dezember 2014)
Drei Tage Staatstrauer: Kinder gedenken in einer Schule den Toten. (17. Dezember 2014)
Keystone
Ein Mann hält einen Schüler, während er telefoniert.
Ein Mann hält einen Schüler, während er telefoniert.
Khuram Parvez, Reuters
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Nach dem Schulmassaker der Taliban in Peshawar hat Pakistan die Aussetzung der Vollstreckung von Todesurteilen beendet und zwei Terroristen gehängt. Die Hinrichtungen hätten in der Stadt Faisalabad stattgefunden, sagten Mitarbeiter der Gefängnisverwaltung. Bei einem Massaker in einer von der Armee betriebenen Schule waren am Dienstag mehr als 150 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder und Jugendliche. Premierminister Nawaz Sharif hatte daraufhin angekündigt, Terroristen wieder hinrichten zu lassen und militärisch verstärkt gegen die Extremisten vorzugehen.

Das Militär hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, dass Armeechef Raheel Sharif erste Hinrichtungsbefehle für insgesamt sechs Gefangene unterzeichnet habe. Sharifs Unterschrift ist Voraussetzung für die Hinrichtung von Terroristen, die von Militärgerichten verurteilt wurden. In Pakistan waren Todesstrafen seit 2008 ausgesetzt. 2012 wurde ein Soldat hingerichtet, der von einem Kriegsgericht wegen Mordes an einem Kameraden verurteilt worden war. Terroristen oder Zivilisten wurden seitdem aber nicht gehängt.

Nach Angaben des Innenministeriums sitzen rund 8000 zum Tode verurteilte Menschen in pakistanischen Gefängnissen, fast ein Drittel von ihnen wegen Terrorvorwürfen.

Mindestens zwölf Taliban-Kämpfer in Nordwesten Pakistans getötet

Bei Gefechten und einem US-Drohnenangriff sind in den Stammesgebieten im Nordwesten Pakistans nahe der Grenze zu Afghanistan am Samstag mindestens zwölf Kämpfer der radikalislamischen Taliban getötet worden. Zwei Extremisten wurden nach offiziellen Angaben bei einer Razzia in der Stadt Shabqadar etwa 30 Kilometer nördlich von Peshawar getötet. Bei Schusswechseln starben dort demnach auch ein Polizist und ein paramilitärischer Kämpfer. Fünf weitere Aufständische wurden zudem nach Behördenangaben in der Stadt Matni rund 15 Kilometer südlich von Peshawar getötet. Beim Angriff einer US-Drohne in der Region Nord-Waziristan starben demnach mindestens fünf Taliban-Kämpfer. Es sei aber damit zu rechnen, dass die Zahl der Toten noch ansteigen werde, sagte ein ranghoher Vertreter der Sicherheitsbehörden der Nachrichtenagentur AFP.

Die Stammesbezirke im Nordwesten Pakistans gelten als Rückzugsort der Taliban, die am Dienstag bei einem Angriff auf eine Schule in Peshawar fast 150 Menschen töteten, die meisten davon Kinder. Regierung und Militär kündigten daraufhin an, mit aller Entschlossenheit gegen die Islamisten vorzugehen. Die Rebellenbewegung Tehreek-e-Taliban Pakistan hatte sich zu dem Anschlag auf die Schule Schule bekannt und sie als Vergeltung für die Militäroffensive in den Stammesgebieten bezeichnet.

Nach offiziellen Angaben wurden bei den Armeeeinsätzen bislang mehr als 1700 Aufständische und etwa 130 Soldaten getötet. Menschenrechtsaktivisten werfen dem Militär aber vor, eine zu hohe Zahl getöteter Aufständischer anzugeben und Opfer in der Zivilbevölkerung zu verschweigen.

Freilassung von Terrorist verhindert

Nach Protesten aus Indien will die pakistanische Regierung die Freilassung des mutmasslichen Drahtziehers der Anschläge von Mumbai verhindern. Das Innenministerium habe angeordnet, Zaki-ur Rehman Lakhvi unter einem neuen Gesetz anzuklagen, hiess es am Freitag aus der Polizei in Rawalpindi.

Damit solle verhindert werden, dass der hochrangige Anführer der verbotenen Terrorgruppe Lashkar-e-Toiba (LeT) wie vom Gericht angeordnet auf Kaution freikomme. Das neue Gesetz ermöglicht es, Menschen festzunehmen, die eine «Bedrohung für Recht und Ordnung» darstellen. Bei der Terrorserie von Mumbai Ende 2008 waren 166 Menschen getötet worden.

(sda/AFP)

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