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Obama verspricht Indien vier Milliarden

Nebel, Kälte und Regen: Zum Tag der Republik in Indien waren Barack und Michelle Obama als Ehrengäste geladen – eine der höchsten Auszeichnungen. Obama bedankte sich mit einem Investitionsversprechen.

Ohne Regenschirme ging es nicht: US-Präsident Barack Obama mit dem indischen Premierminister Narendra Modi während der Parade. (26. Januar 2015)
Ohne Regenschirme ging es nicht: US-Präsident Barack Obama mit dem indischen Premierminister Narendra Modi während der Parade. (26. Januar 2015)
Stephen Crowley, Keystone

Barack Obama hat bei seinem Besuch in Indien die politische und wirtschaftliche Elite für sich eingenommen und Jubelstürme bei der Bevölkerung ausgelöst. Als erster US-Präsident hat er in Indien an den Feierlichkeiten zum Tag der Republik teilgenommen. Er nahm am Montagmorgen gemeinsam mit der First Lady Michelle Obama auf der Tribüne an der «Strasse der Herrscher» in Neu Delhi Platz. Zusammen verfolgten sie – bei Nebel, Kälte und Regen – die mehrstündige Parade. Die Menge jubelte, als die beiden aus der Limousine stiegen.

Am 26. Januar 1950 war die Verfassung Indiens in Kraft getreten. Der Nationalfeiertag wird jedes Jahr mit einem mehr als fünf Kilometer langen Zug begangen – einer Mischung aus der Zurschaustellung militärischer Macht und kultureller Vielfalt. Die Einladung an Staatschefs gehört zu den höchsten Auszeichnungen, die Indien vergibt. Er fühle sich «tief geehrt», sagte Obama am Vorabend.

Premierminister Narendra Modi sass neben Obama. Die beiden sehen sich während des rund 48 Stunden langen Besuches des US-Präsidenten in Indien acht Mal – und demonstrierten bei ihren ersten Auftritten, welche enge Verbindung sie aufgebaut haben. Modi sei sein «Partner und Freund», sagte Obama. Modi nannte Obama beim Vornamen. Modi war erst im vergangenen Mai gewählt worden. Zuvor hatten die USA ihm jahrelang die Einreise verweigert, weil er als Regionalpolitiker für Ausschreitungen mit Hunderten Toten mitverantwortlich gewesen sein soll. Modi sagte, die Beziehung der beiden Länder seien von «neuem Vertrauen» geprägt.

Vier Milliarden Dollar investieren

Obama beschrieb die USA und Indien als «echte globale Partner». Schon heute sei das Handelsvolumen 60 Prozent grösser als bei seinem ersten Besuch 2010. Doch das reiche noch nicht. Es könne nicht sein, dass nur ein Prozent der US-Exporte auf den Subkontinent gingen – einem Land mit mehr als einer Milliarde Menschen. Obama kündigte an, die USA würden Indien mit staatlich geförderten Investitionen und Krediten in Höhe von vier Milliarden Dollar unterstützen.

Obama forderte Indien dazu auf, die Bürokratie zu begrenzen und Prozesse zu beschleunigen. Die Unternehmen bräuchten «transparentere, konsequentere und besser vorhersehbare Rahmenbedingungen».

Modi sicherte seinem Gast zu: «Das Geschäftsumfeld steht nicht nur offen, sondern ist auch einladend». Die beiden demonstrierten bei ihren gemeinsamen Auftritten, welch enge Verbindung sie in nur wenigen Monaten aufgebaut haben. Modi sei sei «Partner und Freund», sagte Obama. Dieser nannte Obama beim Vornamen.

Tausende Schaulustige

Zur Parade kamen rund 100'000 Menschen, die mehrere Sicherheitsringe passieren mussten. Tausende Soldaten marschierten die Prachtstrasse entlang, viele ritten auf Pferden oder Kamelen. Obama würdigte mit erhobenem Daumen eine Stuntshow von Motorradfahrern, die eine Menschenpyramide bildeten. Indien feierte auch sein breites Waffenarsenal - diesmal wurden wegen Obamas Besuch vor allem im Land entwickelte Raketen sowie Rüstungsimporte aus den USA gezeigt. Über den Köpfen der Zuschauer knatterten aber russische Helikopter - eine Erinnerung daran, dass Russland über Jahrzehnte der Hauptwaffenlieferant Indiens war. In den vergangenen Jahren wandte sich Neu Delhi bei Rüstungsimporten zunehmend den USA zu.

Barack und Michelle Obama waren wegen der Kälte und des Regens dick eingepackt. Modi und Indiens Präsident Pranab Mukherjee trugen ausladenden, traditionellen Kopfschmuck, der auch vor den Tropfen schützte. Der US-Präsident schien sich warmzuhalten, indem er zu den Trommeln wippte. Manche Ehrengäste schlüpften unter Regenschirme, doch den normalen Besuchern war es aus Sicherheitsgründen verboten, diese mitzubringen.

Obama hält sich seit Sonntag zu seinem zweiten Besuch seit seinem Amtsantritt in Indien auf. Mit Modi vereinbarte er unter anderem eine engere Zusammenarbeit ihrer Länder im zivilen Atomsektor. Ausserdem legte der US-Präsident einen Kranz an der Gedenkstätte für den indischen Unabhängigkeitskämpfer Mahatma Gandhi nieder. Einen für Dienstag geplanten Besuch am Taj Mahal sagte Obama ab, um nach dem Tod von König Abdallah nach Saudiarabien weiterzureisen.

SDA/thu

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