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Nordkorea leidet unter Jahrhundert-Dürre

Die regenlose Zeit bringt Nordkorea in die grössten Schwierigkeiten seit langem. Das Land erwartet eine Hungersnot.

Ausbleibender Regen: Die Dürreperiode zerstört auch die Reisfelder in Südkorea. (11. Juni 2015)
Ausbleibender Regen: Die Dürreperiode zerstört auch die Reisfelder in Südkorea. (11. Juni 2015)
Keystone

Wie die BBCmeldet, berichtet die staatliche nordkoreanische Agentur KCNA von der schwersten Dürreperiode seit über einem Jahrhundert. In vier Provinzen, in denen zur Hauptsache Reis angebaut wird, seien 30 Prozent der Reisfelder wegen der ausbleibenden Regenfälle bereits ausgedörrt. Es handelt sich dabei um die Provinzen Süd- und Nord-Hwanghae, Süd-Phyongan und Süd-Hamgyong. Im letzten Jahr fiel so wenig Regen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Wegen der Dürre leiden auch die Reisfelder in Südkorea.

In Nordkorea wird nun befürchtet, dass die Bevölkerung eine Hungersnot erleiden muss wie in den 90er-Jahren. Damals sollen Hunderttausende von Nordkoreanern an Hunger gestorben sein. BBC-Korrespondent Stephen Evans glaubt aber, dass sich die Hungersnot nicht so fatal auswirken wird wie damals. Reformen in der Landwirtschaft, namentlich die vermehrte Privatisierung in der Agrarindustrie, würden zu besseren Ernteerträgen führen. Aus diesem Grund werde die Rationierung von Reis und Esswaren nicht so drastisch ausfallen wie in den 90er-Jahren, glaubt Evans.

Auch Südkorea hilft mit

Das Nahrungsmittelprogramm der UNO meldet allerdings, dass Nordkorea regelmässig unter Hungersnot leide und dass momentan ein Drittel aller Kinder unterernährt sei. Andere Länder, darunter das politisch verfeindete Südkorea, schicken regelmässig Hilfsgüter für die Agrarindustrie und sanitäre Einreichtungen in das praktisch von der Aussenwelt abgeschottete Land.

Im vergangenen April summierten sich die UNO-Hilfsgüter für Nordkorea auf 111 Millionen Dollar (103,4 Millionen Franken), Südkorea leistete einen Betrag von 71 Millionen Dollar (66,1 Millionen Franken).

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