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Nordkorea: Die Rakete wird betankt

Die nordkoreanischen Behörden machen trotz weltweiter Kritik keine Anstalten, vom geplanten Start einer Langstreckenrakete abzurücken – im Gegenteil. Der Zeitpunkt wird weiterhin geheim gehalten.

Sorgen für Unruhe: Neue Satellitenbilder einer Versuchsbasis deuten darauf hin, dass Nordkorea weitere Testtunnel gräbt. (18. April 2012)
Sorgen für Unruhe: Neue Satellitenbilder einer Versuchsbasis deuten darauf hin, dass Nordkorea weitere Testtunnel gräbt. (18. April 2012)
Keystone
Gute Miene trotz Blamage: Kim Jong-un winkt. (13. April 2012)
Gute Miene trotz Blamage: Kim Jong-un winkt. (13. April 2012)
AFP
Besorgnis auch in Südkorea: Bei Protesten gegen Nordkoreas geplanten Start einer Langstreckenrakete wird ein Modell mit Kim Jong-un gezündet. (20. März 2012)
Besorgnis auch in Südkorea: Bei Protesten gegen Nordkoreas geplanten Start einer Langstreckenrakete wird ein Modell mit Kim Jong-un gezündet. (20. März 2012)
Reuters
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Kurz vor dem erwarteten Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete ist der neue Machthaber Kim Jong-Un zum Ersten Sekretär der herrschenden Arbeiterpartei ernannt worden. Damit hat er nun praktisch den Posten des Parteichefs inne.

Sein Vater und Vorgänger Kim Jong-il wurde bei einem Sondertreffen der Partei posthum zum «ewigen Generalsekretär» ernannt, wie die staatlichen Medien des kommunistischen Landes am Mittwoch berichteten.

Heftig kritisierter Raketenstart

Kim Jong-il war im Dezember gestorben. Er hatte seinen jüngsten Sohn schrittweise zum Nachfolger aufgebaut. Kurz nach dem Tod des Vaters war der noch nicht 30-jährige Kim Jong Un bereits zum «obersten Führer» der Partei, der Streitkräfte und des Staates ausgerufen worden.

Die Ernennung fällt zusammen mit dem für in den kommenden Tagen erwarteten und international heftig kritisierten Raketenstart. Nordkorea treibt ungeachtet der Warnungen der Staatengemeinschaft die Vorbereitungen für den Start einer Langstreckenrakete weiter voran.

Die Rakete werde derzeit betankt, sagte der Leiter des nordkoreanischen Satelliten-Kontrollzentrums, Paek Chang Ho, vor ausländischen Medienleuten. Wie lange der Vorgang dauere, sagte er nicht. Auch zum Zeitpunkt des Starts äusserte er sich nicht. «Das werden meine Vorgesetzten entscheiden.»

Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung.

Clintons Warnung

Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt auch Alaska erreichen könnte.

Der Start würde die Ansicht stützen, dass Nordkoreas Führung verbesserte Beziehungen mit dem Rest der Welt «als eine Bedrohung ihres Systems betrachtet», sagte US-Aussenministerin Hillary Clinton gestern in Annapolis.

Die jüngere Geschichte deute «sehr stark darauf hin, das weitere Provokationen folgen könnten.» Clinton warnte Nordkorea davor, einen Satelliten mit einer Rakete ins All zu schiessen. Ein solcher Raketenstart bedeute eine «direkte Bedrohung der regionalen Sicherheit» und wäre ein «ernster und klarer Verstoss» gegen geltenden Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats.

In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird bereits vermutet, dass neben dem Raketentest auch ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

sda/dapd/fko/bru

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