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Neue Flut bedroht Süden Pakistans

Das Hochwasser des Fluss Indus vertreibt die Menschen aus ihren Häusern: 150'000 Menschen sind seit Samstagmorgen auf der Flucht.

20 Millionen Flutopfer: Männer am Samstagmorgen in der Provinz Punjab.
20 Millionen Flutopfer: Männer am Samstagmorgen in der Provinz Punjab.

Neue Flutwellen im Süden Pakistans haben am Samstag mehr als 150'000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Sie mussten aus ihren Städten und Dörfern in höher gelegene Regionen umziehen, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Grund war ein erneuter Anstieg des Indus in der Provinz Sindh. Die Behörden gehen aber davon aus, dass die Pegel in den nächsten Tagen landesweit sinken werden.

Derzeit leben 600'000 Menschen in der Provinz Sindh in Hilfslagern. In einem Lager im Bezirk Sukkur berichteten Opfer von Schwierigkeiten bei der Lebensmittelvergabe aus Lastwagen heraus. «Ich bin Witwe und meine Kinder sind zu klein, um bei dem Chaos und dem Ansturm Essen zu bekommen», sagte eine Frau. Für sie sei es ohnehin schwierig, sich körperlich gegen die Männer durchzusetzen. Ganz in der Nähe behandelte ein Arzt den Rücken eines Jungen, der beim Gedrängel um eine Hilfslieferung verletzt worden war.

Hilfszusagen von 70 Staaten

Pakistan dankte der Weltgemeinschaft für deren Unterstützung zur Bewältigung der Flutkatastrophe. Der pakistanische UN-Botschafter Abdullah Haroon sagte zum Abschluss einer Sondersitzung der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Freitag in New York, 20 Millionen Flutopfer wüssten nun, dass die Welt ihnen beistehe. Die Hilfszusagen von rund 70 Staaten seien ermutigend und «ein guter Anfang», sagte Haroon. Er betonte zugleich, dass sein Land in den kommenden Monaten und Jahren noch bedeutend mehr Unterstützung benötige.

Der pakistanische Aussenminister Shah Mahmood Qureshi hatte am Ende des ersten Tags der Sondersitzung am Donnerstag gesagt, ihm sei versichert worden, dass die von den UN angestrebten 460 Millionen Dollar Soforthilfe erreicht würden. Der UN-Koordinator für humanitäre Einsätze, John Holmes, sagte jedoch am Freitag, noch sei die Summe nicht erreicht. «Momentan sind wir zu etwa 70 Prozent finanziert, etwa 350 Millionen Dollar», sagte er. Einige Staaten hätten aber direkt der pakistanischen Regierung oder Hilfsorganisationen Geld zugesagt. Diese Hilfe mache vermutlich einige weitere hundert Millionen Dollar aus.

Holmes betonte, dass die Hilfszusagen nun in «echtes Geld» umgesetzt werden müssten, um Nahrung, Zelte und Medikamente zu kaufen. Dieses Material dann zu den Bedürftigen zu schaffen, sei eine riesige Herausforderung. In einem nächsten Schritt müssten die Schäden an der Infrastruktur eingeschätzt werden. Sie gingen voraussichtlich in die Milliarden, sagte der UN-Nothilfekoordinator.

dapd/oku

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