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NATO: Führungswechsel hat keine Auswirkungen auf Einsatz

Auch unter Führung eines neuen Oberbefehlshabers der internationalen Truppen will die NATO ihren Einsatz in Afghanistan unvermindert fortsetzen.

Der US-Präsident drängt auf rasche Fortschritte in Afghanistan: Obama stellt General David Petraeus als neuen Befehlshaber in Afghanistan vor.
Der US-Präsident drängt auf rasche Fortschritte in Afghanistan: Obama stellt General David Petraeus als neuen Befehlshaber in Afghanistan vor.
Reuters

NATO-Sprecher Josef Blotz erklärte am Sonntag, Sorgen, der Wechsel in der Militärführung bremse die Arbeit der Truppen, seien unbegründet. US-Präsident Barack Obama hatte erst am Mittwoch den bisherigen Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan, General Stanley McChrystal, entlassen. Sein Nachfolger General David Petraeus wird in sieben bis zehn Tagen in Kabul erwartet. «Wir werden ohne Pause unsere Operationen zur Ausweitung der Sicherheit hier in Afghanistan fortsetzen», erklärte Blotz. Die Gefechte der vergangenen Wochen mit zahlreichen Toten zeigten, dass der Kampf schwieriger werde. Dies habe jedoch keinen Einfluss auf die Entschlossenheit der NATO.

Bei Luftangriffen der NATO im Norden, Osten und Süden des Landes wurden mindestens neun Aufständische getötet, wie die Militärführung erklärte. Unter den Getöteten waren zwei örtliche Taliban-Führer. Zivilpersonen wurden nicht verletzt. Im Süden Afghanistans wurde nach Angaben der US-Streitkräfte vom Sonntag ein US-Soldat von einer Bombe getötet. Der Soldat kam demnach am Samstag ums Leben. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Die Zahl der im Juni in Afghanistan getöteten ausländischen Soldaten stieg damit auf 90. Von ihnen waren 53 Amerikaner.

Obama und der britische Premierminister David Cameron dringen auf rasche Fortschritte in Afghanistan. «Dieses Jahr voranzukommen und alles daran zu setzen, dass wir es dieses Jahr hinkriegen, ist von entscheidender Bedeutung», erklärte Cameron am Samstag nach einem bilateralen Gespräch mit dem US-Präsidenten vor dem G-20-Gipfel in Toronto. Auch Obama erklärte: «Diese Phase, in der wir uns befinden, wird entscheidend sein.» Cameron erklärte am Freitag, er wolle die britischen Soldaten innerhalb der nächsten fünf Jahre aus Afghanistan abziehen. Grossbritannien ist mit 10'000 Soldaten der zweitgrösste Truppensteller in Afghanistan nach den USA.

Karzai fordert Unterstützung im Kampf gegen Drogen

Der afghanische Präsident Hamid Karzai forderte die Nachbarstaaten zu einem verstärkten Kampf gegen den Drogenschmuggel aus seinem Land auf. Afghanistan selbst habe nicht genügend Mittel, um die Grenzen für Drogen unpassierbar zu machen, sagte Karzai am Samstag. Zugleich rief er die Antikorruptionsbehörde auf, die Einnahmen aller Regierungsbeamter und deren Familien - einschliesslich seiner eigenen - zu überwachen, um sicherzustellen, dass sie ihr Geld auf legale Art verdienten.

Darüber hinaus forderte er Amerikaner, Briten und andere Truppenstellernationen auf, auf private Sicherheitsdienste zu verzichten. Bei ihnen handele es sich um wenig mehr als Privatmilizen, die den Menschen Probleme machten und die sogar Terroristen unterstützten. «Sie sollten ihr Geld nicht für diese privaten Sicherheitsunternehmen verschwenden», sagte Karzai. Die Unternehmen werden unter anderem zur Bewachung von Versorgungstransporten eingesetzt.

dapd/mt

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