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Mit Sprengsätzen um sich geworfen

Auf einem Morgenmarkt in der chinesischen Provinz Xinjiang wurde ein Anschlag verübt. China macht radikale Kräfte der Minderheit der Uiguren verantwortlich.

Es soll rund ein Dutzend Explosionen gegeben haben: Polizisten stehen in der Nähe des Tatorts. (22. Mai 2014)
Es soll rund ein Dutzend Explosionen gegeben haben: Polizisten stehen in der Nähe des Tatorts. (22. Mai 2014)
Keystone

Bei einem Anschlag auf einen belebten Markt in der Unruheregion Xinjiang im Nordwesten Chinas sind am Donnerstag 31 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete, Angreifer hätten auf einem Markt in der Provinzhauptstadt Urumqi die Menge der Einkäufer mit zwei Geländefahrzeugen durchpflügt und dabei Sprengsätze herausgeworfen. Dann seien sie frontal zusammengestossen. Eines der Fahrzeuge sei explodiert. Augenzeugen zufolge habe es insgesamt rund ein Dutzend Explosionen gegeben.

Es war nicht klar, wer für den Anschlag verantwortlich ist. Allerdings wurden für Bluttaten in der Vergangenheit radikale Kräfte der Minderheit der Uiguren verantwortlich gemacht. Die Aufständischen streben den Umsturz der chinesischen Regierung in der Region an. Die Regionalregierung von Xingjiang verurteilte den Anschlag als schwerwiegenden brutalen terroristischen Akt besonders abscheulicher Art.

Eine Unruheprovinz

Chinas westlichste Region Xinjiang macht mit 1,66 Millionen Quadratkilometern ein Sechstel der Fläche der Volksrepublik aus. In dem Gebiet leben mit 22 Millionen Einwohnern aber weniger als zwei Prozent der 1,3 Milliarden Menschen in China.

Wegen Spannungen zwischen Uiguren und Han-Chinesen gilt Xinjiang als Konfliktherd. Chinas Regierung versucht seit den 1990er Jahren mit einer «Go West«-Strategie, die ärmeren und rückständigen Gebiete im Westen zu entwickeln. Mit dem Geld aus den reichen Küstenstädten im Osten ziehen immer mehr Han-Chinesen nach Xinjiang. Laut Regierungsangaben leben heute etwa 10 Millionen Uiguren und 8,4 Millionen Han-Chinesen in der Autonomen Region Xinjiang.

Es kommt immer wieder zu blutigen Zwischenfällen zwischen Uiguren und Han-Chinesen. Ressentiments und Vorurteile sitzen auf beiden Seiten tief. Bei schweren Zusammenstössen wurden im Sommer 2009 in Urumqi rund 200 Menschen getötet. Das muslimische Turkvolk fühlt sich wirtschaftlich, politisch und kulturell von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Umgekehrt wirft Chinas Regierung uigurischen Gruppen Separatismus und Terrorismus vor.

(SDA)

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