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«Militärs setzen nicht auf Roboter, weil sie die Technik cool finden»

Die Atombombe will er, die Drohne hat er bereits: Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sein eigenes unbemanntes Flugzeug vorgestellt. Ein militärtechnisch äusserst kluger Schachzug.

Die unbemannten Flugzeuge, Drohnen genannt, fristeten bei den Militärs lange ein kümmerliches Leben. Niemand wollte die grossen Modellflugzeuge wirklich ernst nehmen. Als die amerikanischen Truppen 2003 in den Irak einmarschierten, verfügten sie gerade mal über eine Handvoll Drohnen. Heute sind mehr als 7000 davon in der Luft und 12’000 am Boden im Einsatz. Die unbemannten Flugzeuge entwickeln sich immer mehr zur strategisch wichtigsten Waffe der US-Armee. Peter W. Singer, einer der bedeutendsten Militärexperten der Gegenwart, hat sein jüngstes Buch «Wired for War» Drohnen und Kampfrobotern gewidmet. Er spricht von einer «Revolution im Militärwesen» und vergleicht Drohnen mit den Panzern zu Zeiten des Ersten Weltkrieges. «Die Panzer haben diesen Krieg nicht entschieden», sagt Singer. «Aber nach dem Ersten Weltkrieg war eine Armee ohne Panzer nicht mehr denkbar.»

Drohnen galten nicht nur als Spielzeug, sondern vor allem als Spielzeug der technologieverliebten Amerikaner. Auch das entspricht nicht mehr der Wirklichkeit. Der Iran hat nun seine Drohnen, die der Präsident Mahmoud Ahmadinejad sinnigerweise «Botschafter des Todes» nennt. Er befindet sich dabei in bester Gesellschaft: Israel setzt schon lange auf unbemannte Flugzeuge. Inzwischen sind sie auch in der deutschen Armee im Einsatz, genauso wie in der französischen oder der englischen. In Pakistan werden Drohnen für die pakistanische Armee hergestellt, und selbst die Hizbollah soll über eine primitive Version davon verfügen. Insgesamt werden unbemannte System heute in Armeen von 44 Nationen eingesetzt.

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