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Kirgisiens gemässigte Hoffnung heisst Atambajew

Bei den Präsidentschaftswahlen in Kirgistan liegt der gemässigte Almasbek Atambajew in Führung. Der Regierungschef war wesentlich am Putsch gegen den Nationalisten Kurmanbek Bakijew beteiligt.

Wird von der Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa unterstützt: Almasbek Atambajew.
Wird von der Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa unterstützt: Almasbek Atambajew.
Keystone

Bei der Präsidentewnwahl in Kirgistan hat sich Regierungschef Almasbek Atambajew zum Sieger erklärt. Atambajew habe die Wahl in der ersten Runde gewonnen, erklärte sein Wahlkampfteam am Sonntagabend nach der Verkündung von Teilergebnissen, denen zufolge der 55-Jährige auf rund 65 Prozent der Stimmen kam.

Nach der Auszählung von rund zwei Dritteln der Stimmen kam Atambajew auf 64,8 Prozent, wie die Wahlkommission des zentralasiatischen Landes am späten Sonntagabend mitteilte. Für einen Wahlsieg in der ersten Runde sind mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig.

Der Regierungschef lag deutlich vor seinen stärksten Herausforderern. Laut dem Teilergebnis kamen Taschijew sowie der ebenfalls nationalistische frühere Parlamentspräsident Adachan Madumarow jeweils auf rund 14 Prozent der Stimmen. Insgesamt waren 16 Kandidaten zu dem Urnengang angetreten. Laut Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bei knapp 40 Prozent.

Vorwurf des Wahlbetrugs

Der nationalistische Kandidat Katschimbek Taschijew sprach von Wahlbetrug. Sein Sprecher Nurgasi Anarkulow warf der Regierung Betrug vor. «Die Wahlkommission erfindet völlig schamlos Zahlen, die ihr genehm sind. Wir werden diese Wahl nicht anerkennen», sagte Anarkulow.

Taschijew werde am Montag an einer Pressekonferenz sagen, was er zu tun gedenke. Der frühere Boxer, der die nationalistische Partei Ata Jurt anführt, hatte zuvor für den Fall von Wahlbetrug mit Demonstrationen gedroht. Madumarows Lager warf Atambajew vor, sein Amt als Regierungschef für den Wahlkampf missbraucht zu haben.

Das ethnisch zerrissene Kirgistan hatte 2010 ein unruhiges Jahr erlebt: Auf den Sturz von Präsident Kurmanbek Bakijew im April folgten im Juni blutige ethnische Unruhen zwischen Usbeken und Kirgisen.

Hoffnung auf Stabilität

Mit der Wahl hofft das zentralasiatische Land auf eine Rückkehr zur Stabilität. Atambajew wird von Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa unterstützt, die den Aufstand gegen Bakijew angeführt hatte und jetz selbst nicht zur Wahl antreten durfte.

Kirgistan gilt als strategisch wichtig. Es beherbergt als einziges Land sowohl einen US-, als auch einen russischen Militärstützpunkt. Atambajew sagte bei seiner Stimmabgabe am Sonntag, Kirgistan habe sich gegen das Modell der autoritären Herrschaft entschieden und müsse ein «freies, demokratisches Land» werden.

Der OSZE-Beobachter Doug Wake lobte die grosse Auswahl an Kandidaten, kritisierte aber unvollständige Wählerlisten. In Osch im unruhigen Süden des Landes blieb die Lage laut Innenministerium am Sonntag ruhig, obwohl sich dort zahlreiche Menschen beschwerten, die nicht registriert waren.

SDA/mrs

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