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Kim Jong-uns verbotene Liebe

Das Rätsel um die junge Frau an der Seite von Kim Jong-un scheint gelüftet. Offenbar lässt der nordkoreanische Machthaber eine alte Liebe aufleben. Es würde passen – der Diktator zeigt sich zurzeit eher locker.

Mit wem hat Kim Jong-un das Konzert genossen? Laut Berichten sah er sich mit einer nordkoreanischen Popsängerin eine Show mit Disney-Figuren an.

Klatsch und Tratsch verbreitet sich auch aus dem politisch stark abgeschotteten Nordkorea in Windeseile. Dies zeigt der jüngste Auftritt des Machthabers Kim Jong-un mit einer jungen Frau. In den Zeitungen der Welt begann ein Rätselraten: Wer ist die Dame mit den kurzen dunklen Haaren an seiner Seite? Die einen vermuteten, es sei die jüngere Schwester des Diktators. Andere schrieben, es sei seine Geliebte.

Letztere sollen laut einem Bericht der britischen Zeitung «Daily Mail» recht behalten – zumindest teilweise. Bei der charmanten Begleitung von Kim Jong-un handelt es sich offenbar um Hyon Song-wol, eine nordkoreanische Popsängerin. Die beiden sollen sich bereits in jungem Alter kennen und später sogar lieben gelernt haben.

Kein Popstar in der Familie erwünscht

Wie die «Daily Mail» unter Berufung auf den nordkoreanischen Geheimdienst schreibt, hatten die zwei nach Kims Rückkehr aus dem Eliteinternat in Bern eine Affäre. Doch die junge Liebe war nicht gern gesehen – vor allem vom im Dezember verstorbenen Diktator Kim Jong-il. Dieser soll seinem Sohn damals befohlen haben, die Beziehung zu beenden.

Vielleicht tat er dies, weil er ahnte, was einmal aus Hyon Song-wol werden soll. Nämlich die Frontfrau einer Band namens Bochonbo Electronic Music mit Hits wie «Ich liebe Pyongyang» oder «Wir sind die Truppen der Partei». Trotz der regimetreuen Texte wäre ein Popstar in der Familie wohl nur ungern gesehen worden.

Ein weiterer Grund, der gegen die Liaison des Jung-Diktators und der Sängerin spricht, ist ihr Privatleben. Laut dem Medienbericht ist die junge Frau mit einem Offizier der nordkoreanischen Armee verheiratet und soll ein Kind haben.

Ungewohnte Lockerheit

Den neuen Machthaber scheint dies nicht zu stören. Allgemein zeigte er jüngst eine etwas lockerere Seite für einen nordkoreanischen Diktator. Unbeschwert trat er öffentlich mit einer Frau an seiner Seite auf. Als Krönung besuchte er mit ihr sogar eine Show mit Disney-Figuren als Hauptakteure.

Darin sieht die Zeitung «Spiegel online» einen möglichen Kurswechsel im abgeschotteten Land. Ein weiteres Signal dafür sind laut der Zeitung die flexibleren Öffnungszeiten von privaten Märkten in Pyongyang oder auch die immer modischeren Outfits von jungen Nordkoreanern.

Das Aussenleben sickert durch

Solche winzigen Änderungen im nordkoreanischen Alltag sind darauf zurückzuführen, dass die Menschen immer mehr vom Aussenleben mitbekommen. Dies durch DVDs, CDs oder Videos, die vor allem von Koreanern mit chinesischem Pass eingeschleust werden. Zwar versucht das Regime mit aller Kraft, diese Entwicklung durch Wachsoldaten abzuwenden, doch es schlägt immer wieder fehl.

Auch Andrei Lankow, ein Russe, der in Nordkorea studiert hat und nun als Professor an der Kookmin-Universität in Seoul arbeitet, glaubt, dass die Lockerung des Regimes näher rückt. «Die Ausbreitung von Kenntnissen über die Aussenwelt dürfte die Nordkoreaner ungläubiger gegenüber dem Regime machen», erklärte er gegenüber «Spiegel online», «in fünf bis zehn Jahren dürfte die Mehrheit der nordkoreanischen Bevölkerung gemerkt haben, dass sie in einem sehr armen und ungewöhnlich repressiven Staat lebt.»

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